Hoffen auf höhere Gerechtigkeit

Caroline Stollmeier am 17. Mai 2010

Kommentar

An einem Morgen im Juni 2009 ist eine Familie gemeinsam auf der A 59 bei Leverkusen unterwegs. Im Auto sind Vater, Mutter, Oma, zwei Kinder und ein Baby. Plötzlich kommt ihnen ein Geisterfahrer entgegen. Ohne Licht. Der Fahrer ist ein Auszubildender, der stark alkoholisiert von einem Grillfest kommt. Später wird er angeben, dass er sich an den Unfall nicht erinnern kann. Aber er lebt. Das kleine Mädchen, seine Mutter und die Oma nicht mehr.

Heute ist der junge Mann vom Amtsgericht Langenfeld verurteilt worden.

„Der Richter sagte dazu, man müsse zugunsten des Angeklagten berücksichtigen, dass er die Tat bereue und auch selbst mit den Folgen zu kämpfen habe. Der 23-Jährige war bei dem Unfall schwer verletzt worden. Außerdem habe er aufgrund der erheblichen Alkoholisierung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit am Steuer gesessen. Darüber hinaus habe er sich bis dahin im Straßenverkehr einwandfrei verhalten. Daher sei eine Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung tat- und schuldangemessen. Außerdem wurde angeordnet, dass der 23-Jährige vor Ablauf von vier Jahren seinen Führerschein nicht wieder zurückerhält.“, heißt es.

In einer Gesellschaft, in der Alkoholkonsum als kulturelle Errungenschaft gilt, in der Steuerhinterziehung mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet wird (§ 37o AO) und in der die Tötung eines Kindes im Mutterleib straffrei bleiben kann (§ 218 StGB), tut man gut daran, auf eine höhere Gerechtigkeit zu hoffen.

 In Deo confidimus.

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