Denkmal für Ungeborene

Harald Stollmeier am 15. Januar 2011

Denkmäler für Fürsten, Krieger und Politiker gibt es zuhauf. Mahnmale für die Opfer staatlichen Unrechts gibt es zumindest in Deutschland. Denkmäler für ungeborene Kinder muss man lange suchen. Eines steht seit Oktober 2010 in Jerusalem. Aufgestellt hat es ein deutscher Franziskaner.

“Mortem obiit prae nativitate“ – frei übersetzt: „Vor der Geburt gestorben.” So lautet die Inschrift des Denkmals an der Kirche Dominus flevit auf dem Ölberg in Jerusalem. “Dominus flevit” heißt “der Herr weinte” – an dieser Stelle soll Christus geweint haben, als er die Zerstörung Jerusalems voraussagte (Lukas 19, 41-44). Die tränenförmige Kirche aus dem Jahr 1955 steht auf den Fundamenten einer byzantinischen Kirche aus dem sechsten Jahrhundert. Sie gehört dem Franziskanerorden.

Foto: P. Robert Jauch OFM

“Das Denkmal schmückt tatsächlich das Grab eines im Mutterleib gestorbenen Kindes, einer sogenannten Fehlgeburt”, berichtet Pater Robert Jauch OFM, von 2007 bis 2010 Hüter der Kirche Dominus flevit, “wir konnten auf Wunsch der Eltern die Bestattung des Kindes ermöglichen – ähnlich wie in Deutschland enden totgeborene Kinder unter 500 Gramm Körpergewicht auch in Israel sehr oft im Klinikabfall.” 

Foto: P. Robert Jauch OFM

(Fotos: P. Robert Jauch OFM)

Das Denkmal auf dem Grab hat die Form einer abgebrochenen Säule. Wie das Leben der ungeboren verstorbenen Kinder ist sie zu kurz. “Das Denkmal gilt allen Kindern, die vor ihrer Geburt gestorben sind”, sagt Pater Robert, “aber ganz besonders gilt es den unzähligen Opfern von Schwangerschaftsabbrüchen. Viel zu oft wird vergessen, dass diese Kinder genauso Menschen sind wie alle anderen, für die wir auf den Friedhöfen beten. Also beten wir auch für sie.”

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2 Kommentare zu “Denkmal für Ungeborene”

  1. Gunnhild Feniaam 27. August 2011 um 12:31

    Der Umgang mit Kindern, welche während ihrer Schwangerschaft, geburt und kurz danach starben, bevor diese Kinder ihre eigenen Sozialversicherungsnummer zuerkannt erhielten, ist weltweit schwierig. Pro – Life also für das (Über-) leben sind viele Eltern, die ihr verstorbens Kind gerne beerdigt wissen wollen. Doch pro – choice – also gegen das Leben eingestellte Ärzte sind dagegen, denn nebem dem Chirugischen Eingriff bei der Frau haben Pro choice eingestellte Ärzte auch verwertungsrechtliches Interesse an der Leibesfrucht. Daher verleugenen Pro Choise eingestellte Ärzte, das es sich um (beerdigungswürdige) Kinder handelt, welche vor Ausstellung ihrre Geburtsurkunde starben – und mit Unterstützung eines Arztes den Mutterleib verlassen hat. Pro Choise Ärzte klären die Angehörigen vor dem medlizinischen Eingriff nicht darüber auf, dass wenn sich die Frau für die Curretage, für den Abbruch ihrer Schwangerschaft ec. sich entscheidet, das diese Frau sich zeitgleich gegen das ihr zustehende Recht auf begräbnis (ais Sicht der Ärzte, rechtlich inhaltlich nicht der Wahrheit entsprechend) sich verabschiedet. Daher: Angehörige: erwartet bitte nicht das respektvolle Behandlung von euch und euren Kindern aus gottes Gnaden euch zufällt, sondern stellt euch darauf ein, das ihr jeden Handgriff, den der/ die Ärzte tun oder unterlassen, bewirken kann, das Ihr verstorbenes Familienmitglied nicht würdig auf einem Friedhof beerdigt wird.
    Siehe webseite: http://www.beepworld.de/members69/verwaist-hinterbliebenen-info/
    hier sind zahlreiche Grab- und Erinnerungsstellen für Kinder angeführt, welche während ihrer Schwangerschaft, Geburt und kurz danach in Deutschland starben und im Auftrag der zuständigen Klinik beerdigt wurden.
    Für Wien rufen Sie 0043 720 503742, sprechen Sie auf Band. Ich helfe Ihnen, ihr verstorbenes Kind zu beerdigen oder ich helfe bei der Aufklärung, wie der letzte Weg ihres Kindes ausgesehen hat. Meine eigene 1976 verstorbene Tochter landete in der Müllverbrennungsanlage Linz – Asten – weil Ärzte gesetzlich nicht verpflichtet sind, Angehörige in Bezug auf das den Angehörigen zustehende Bestattungsrecht aufzuklären! Zudem behauptet das Wiener Gesundheitsamt, das nur Begräbnisse über die MA 15 angeregt, durch das Sozialamt zu finzieren seine. Wir haben das Gegenteil bewiesen und Familien begleitet, die selbst das Begräbnis ihrer z.B. fehlgeburt in Auftrag gaben und das zuständige Sozialamt durfte die Begräbnbiskosten übernehmen, weil Verstorbene selbst für einfache Begräbniskosten aufzukommen haben – auch Fehlgeburten. Mit der Sozialversicherungsnummer der Mutter und dem Geburtsdatum der Mutter sowie dem Namen der Mutter sind Fehlgeburten in Behördlichen Unterlagen erfasst, etwa in der Verwaltung der Wiener Friedhöfe, bei der Abrechnung von Ultraschallbidern, bei Kremierungen von Fehlgeburten in der Feuerhalle Wien Simmering.

  2. P. Robert Jauch ofmam 13. Oktober 2011 um 10:58

    Mit großer Freude erfuhr ich, daß inzwischen schon Pilger eine eigene kurze Andacht an dem Gedenkstein in DOMINUS FLEVIT gehalten haben. In Palästina/Israel gibt es eine besondere Kultur “gegen das Vergessen”. Hier ein neuer Aspekt dieser Kultur, für den sich die politischen Machthaber weder in Israel noch in der UNO besonders interessieren werden; aber wie sagt Jesus: “… bei Euch aber soll es anders sein!” Eben! Amen!

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