Das Spenden-Experiment – ein Selbstversuch

Caroline Stollmeier am 9. März 2011

Angeregt von Peters Singers Buch „Leben retten“ haben mein Mann und ich beschlossen, einen Selbstversuch zu wagen. Unser Ziel ist es, mehr Geld als bisher für die Rettung von Menschenleben zu spenden. Und weil wir leider nicht über das Einkommen eines Bill Gates verfügen und mal eben mehrere Milliarden US-Dollar wohltätigen Zwecken zuführen können (wobei das große Anerkennung verdient und Nachahmung auch), haben wir uns zwei einfache Regeln überlegt, nach denen wir ab heute ein Jahr lang leben wollen:

1. Die Hälfte des Betrags, den wir für Luxus-Güter (also Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen und die man nur kauft, weil sie Freude machen) ausgeben, wollen wir spenden.

2. Wenn wir im Alltag mit vertretbarem Aufwand Geld sparen können, spenden wir davon die Hälfte.

Singers These ist kurz gesagt, dass man die Armut auf der ganzen Welt abschaffen kann, wenn jeder einen relativ kleinen Teil seines Einkommens abgibt (und dafür hat er sogar eine Formel entwickelt). Wir sind nicht mit allem einverstanden, was Singer schreibt. Aber wir denken wie er, dass es besser ist mit den eigenen Mitteln zu helfen, statt nur mit dem Finger auf Andere zu zeigen oder die Schlechtigkeit der Welt zu beklagen.

Wir sind selbst gespannt, was wir im Laufe des Experiments lernen können – über uns und über Andere. Wird sich unser (Kauf-) Verhalten ändern? Werden wir für verrückt erklärt? Schaffen wir es, unser Ziel ohne schmerzhaften Verzicht zu erreichen? Gibt es irgendwelche Nebenwirkungen? Wir werden es herausfinden.

 

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(Foto: Caroline Stollmeier)

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7 Kommentare zu “Das Spenden-Experiment – ein Selbstversuch”

  1. […] möchte nicht mit dem Ende beginnen. Aber motivierend für unser Spenden-Experiment ist es doch zu überlegen, wem unsere gesparten Euros später zugute kommen sollen. Das wichtigste […]

  2. […] ein Testergebnis spiegeln jedoch nicht immer wider, was einem persönlich wichtig ist. Im Rahmen unseres Spenden-Experiments haben wir uns selbst die Vorgabe gemacht, dass unsere Spende am Ende zum Menschenlebenretten […]

  3. […] Sinne unserer Experiment-Regel 2 „wenn wir im Alltag mit vertretbarem Aufwand Geld sparen können, spenden wir d…hatte ich eine Idee: die Kirchensteuer. Wir hier in Nordrhein-Westfalen zahlen 9 % Aufschlag auf die […]

  4. […] Ende unseres Spenden-Experiments lässt sich sagen, dass das Experiment unser Konsumverhalten beeinflusst hat. Allerdings nicht […]

  5. […] Laufe unseres Experiments hat sich gezeigt, dass wir beim Kauf von alltäglichen Dingen nicht so viel Geld wie erhofft […]

  6. […] haben den Beginn unseres Experiments veröffentlicht und insbesondere in der Anfangsphase kam das Thema gelegentlich mit Freunden zur […]

  7. […] ist keine Wertung. Sie ist lediglich die individuelle Vorgabe, die wir uns selbst für unser Experiment gemacht […]

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