Spenden-Experiment: Reaktionen

Caroline Stollmeier am 5. März 2012

Wir haben den Beginn unseres Experiments veröffentlicht und insbesondere in der Anfangsphase kam das Thema gelegentlich mit Freunden zur Sprache. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Sie reichten von Äußerungen wie „Respekt!“ bis hin zur Vermutung, dass wir „bekloppt“ seien.

Besonders gefreut haben wir uns über konstruktive Auseinandersetzungen. Ein Freund sagte uns, dass er überzeugt davon sei, dass auch Leute mit niedrigem Einkommen gerne Gutes tun würden, aber absolut nicht in der Lage sind, Geld zu spenden. Er schlug vor die Experimentregeln dahingehend abzuändern, dass man für je 10 Euro, die man für Luxus-Güter ausgibt, eine Stunde gemeinnützige Arbeit entsprechend seinen Fähigkeiten leistet.

Besonders schnell reagiert haben diejenigen, die uns gleich „ihre“ Projekte als Spendenempfänger vorgeschlagen haben. Diese Vorschläge haben wir selbstverständlich in unsere Überlegungen einbezogen.

Auch bei uns selber haben wir verschiedene Reaktionen auf das Experiment beobachtet. Wir haben genauer als vorher hingeschaut, wofür wir unser Geld ausgeben. Manchmal haben wir Dinge nicht gekauft, obwohl wir es unter normalen Umständen getan hätten. Wir haben auch die bisherigen Empfänger unserer Spenden und Mitgliedsbeiträge genauer unter die Lupe genommen. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, ob Menschenlebenretten wirklich das wichtigste Ziel ist, das es für uns geben kann (und sind zu dem Ergebnis gekommen: ja!). Und wir haben viel über andere Menschen gelernt. Beispielsweise haben viele resigniert, weil es gelegentlich Skandale um die Veruntreuung von Spendengeldern gibt oder jede Medaille auch ihre Kehrseite hat. Aber wir haben auch gemerkt, dass sich mindestens genau so viele Menschen für gemeinnützige Projekte einsetzen, einfach, weil sie ihnen wichtig sind und weil es sonst keiner tut.

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