Monatsarchiv für Juli 2012

Aus für die Babyprämie statt Abtreibung?

Caroline Stollmeier am 14. Juli 2012

Die seit Ende 2009 bestehende Kooperation der ProLife Deutschland GmbH & Co. KG mit der BKK IHV wurde beendet. Anscheinend ist die zuständige Aufsichtsbehörde, das Bundesversicherungsamt (BVA), auf Drängen abtreibungsbefürwortender Gruppierungen aktiv geworden und hat mit unangenehmen Konsequenzen für die BKK gedroht. Daraufhin hat der Verwaltungsrat der BKK IHV es vorgezogen, den Kooperationsvertrag zu beenden, obwohl nach Angaben von ProLife Deutschland nicht einmal klar ist, ob das BVA verfassungskonform gehandelt hat.

Wesentlicher Bestandteil des Kooperationsvertrags war ein freiwilliger Verzicht der Versicherten auf Schwangerschaftsabbrüche. Außerdem hat ProLife Deutschland jedem Mitglied bei der Geburt eines Babys eine Prämie von 300 Euro gezahlt. Darüber hinaus haben alle Versicherten die gesetzlich vorgegebenen und in der BKK-Satzung verankerten Leistungen erhalten. Auch jetzt bleibt der Versicherungsschutz aller Versicherten der „Verwaltungsstelle ProLife“ vollständig erhalten.

Der Rückzug des BKK-Verwaltungsrates, der mehrheitlich „Angst vor einer juristischen Auseinandersetzung mit dem BVA“ hatte, ist nicht besonders verwunderlich. Trotzdem ist Wolfgang Treuter, Geschäftführer von ProLife Deutschland enttäuscht, dass die bisher sehr erfolgreiche Kooperation nun beendet wurde. Für seine Organisation sagt er: „Wir werden mit allen juristischen Mitteln kämpfen und uns auch weiterhin für den Schutz des Lebens einsetzen!“

Bewusste Desinformation könnte man die Diffamierungen auch nennen, die insbesondere von der Handvoll Aktivisten der Protestbewegung ausgehen (wie beispielsweise Andrea Ponti). Hier wird haltlos behauptet Lebensschützer hätten „eine staatliche Behörde in ihre Gewalt gebracht“, angebliche christliche Fundamentalisten hätten die BKK unterwandert, und andere wilde Verschwörungstheorien werden gesponnen.

Die Betriebskrankenkasse IHV und ein Teil ihrer Versicherten wollten symbolisch ein Zeichen setzen für das Leben, in dem sie jungen Müttern mit der Babyprämie helfen und öffentlich sagen, dass es Alternativen zur Abtreibung gibt. Dieses Zeichensetzen ist nun verhindert worden – durch Desinformation, Bedrohung und Einschüchterung. Mit freundlicher Unterstützung der Aufsichtsbehörde.

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„Lebenslinie“ von Abby Johnson

Caroline Stollmeier am 12. Juli 2012

„Wenn ich mich heute frage, was man hätte sagen können, um meine Meinung, ein zweites Mal abzutreiben, zu ändern, würde ich folgendes vorschlagen: ‚Was glaubst du, würde deine Eltern am meisten enttäuschen? Herauszufinden, dass du schwanger geworden bist, oder zu erfahren, dass du ihrem Enkelkind das Leben genommen hast?’ Rückblickend ist mir klar, dass meine Angst davor, mit meinen Eltern über meine Konfliktschwangerschaft zu sprechen, wirklich irrational war. Ich wünschte, ich könne schreiben, dass ich über meine Entscheidung in Bezug auf die Schwangerschaft lang und hart gerungen habe. Aber das wäre eine Lüge. Die Wahrheit ist, dass Abtreibung in meinem Leben mittlerweile eine einfache und normale Angelegenheit geworden war.“*

Abby Johnson steigt schnell von der freiwilligen, studentischen Helferin zur Leiterin einer Abtreibungsklinik auf. Zuerst wundert sie sich über die Menschen, die hinter dem Klinikzaun gegen Abtreibungen demonstrieren, später lernt sie diese systematisch zu bekämpfen. Außerdem hat sie selber abgetrieben.

Jahre später, als sie zufällig bei einer ultraschallbegleiteten Abtreibung anwesend ist, erkennt sie, was dabei wirklich geschieht. Dieses Wissen lässt sie ihr Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellen. Plötzlich steht sie auf der anderen Seite des Klinikzauns. Sich selbst gegenüber schonungslos erzählt Abby Johnson ihre Geschichte.

Lebenslinie“ zeigt, dass es gute Menschen und vor allem gute Absichten auf beiden Seiten des Zauns gibt. Alexandra M. Linder hat das Buch kürzlich aus dem Amerikanischen übersetzt und dabei immer den richtigen Ton getroffen. Sie selbst setzt sich auf vielfältige Weise für das Leben ungeborener Kinder ein. Zum Beispiel ist sie selbst Autorin und gehört dem Bundesvorstand der ALfA an.

Lebenslinie

Johnson, Abby: Lebenslinie: Warum ich keine Abtreibungsklinik mehr leite, Sankt Ulrich Verlag, 1. Auflage, 2012, EUR 19,95.

* S. 58

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