Monatsarchiv für November 2012

Jane: Das ist meine Abtreibung

Caroline Stollmeier am 27. November 2012

KOMMENTAR

Letztes Jahr hat Jane sich für eine Abtreibung entschieden. Vor der Klinik wurde die Amerikanerin mit betenden Demonstranten, Bildern von toten Babys und Pro-Life-Slogans konfrontiert. Von dieser „Propaganda“ fühlte sie sich verunsichert und beschloss, ihre Abtreibung heimlich mit ihrer Handykamera aufzunehmen. Mit der Veröffentlichung wollte sie „die hetzerischen Bilder der religiösen und politischen Abtreibungsgegner entzaubern“. Das das ausgerechnet während des Präsidentschaftswahlkampfs geschah, war kein Zufall.

„Ich fühle mich nicht schuldig, beschämt oder schlecht. Ich war mit meiner Entscheidung immer im Reinen. Ich bin dankbar, dass ich Zugang zu einer sicheren Abtreibung hatte. Ich hatte Glück“, schreibt sie uns auf unsere vorsichtige Nachfrage.

Wie das Baby nach der Abtreibung aussieht hängt ab von der Schwangerschaftsdauer und dem Abtreibungsverfahren. Janes Fotos sind sicher nicht so „spektakulär“ wie das Material, das manche Abtreibungsgegner verwenden. Aber bei all dem Streit um authentische oder manipulierte Fotos sollte man nie vergessen, dass dort ein getötetes Kind abgebildet wird – egal ob es als solches (noch) zu erkennen ist. Und für Jane bleibt zu hoffen, dass sie nicht noch einmal vor eine solche unumkehrbare Entscheidung gestellt wird, auch weil ihr das gute Gefühl im Hinblick auf eine Abtreibung vielleicht nicht erhalten bleibt.

Jane: Das ist meine Abtreibung

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