Achtung statt Vermenschlichung – Ergebnisse unserer Online-Befragung

Caroline Stollmeier am 13. Februar 2013

Vor einiger Zeit haben wir zur Teilnahme an unserer ersten Online-Befragung eingeladen. Es ging um die Rolle von Tieren im Alltag jedes Einzelnen. Um es vorweg zu nehmen: insgesamt haben nur 37 Personen mitgemacht. Deshalb sind die Ergebnisse natürlich nicht verallgemeinerbar,  liefen aber dennoch ein interessantes Meinungsbild.

Zuerst zum Allgemeinen: etwa zwei Drittel der Befragten sind weiblich, dementsprechend etwa ein Drittel männlich. Von 37 % der Befragten wissen wir, dass sie zwischen 30 und 39 Jahren alt sind; 21 % sind jünger, 32 % älter, die anderen haben keine Angaben gemacht.

45 % der Befragten gab an, dass ihnen durch ihre Haustiere der alltägliche Kontakt zu Tieren am meisten bewusst wird. Das ist mit Abstand die größte Gruppe.

Die Hälfte aller Befragten hat ein oder mehrere Haustiere. Die andere Hälfte hat keine (zum Teil aus zwingenden persönlichen Gründen). Auffallend ist, dass die Befragten, die angeben haben beruflich mit Tieren zu tun zu haben, keine eigenen Haustiere halten.

Der großen Mehrheit von 81 % aller Befragten ist eine möglichst artgerechte Haltung und Ernährung von Haustieren besonders wichtig. Dass Tier und Besitzer sich gut verstehen oder dass kein Dritter durch die Haustierhaltung beeinträchtigt wird, wurde selten als besonders wichtig eingestuft.

56 % der Befragten gaben an, häufig Fleisch, Wurst und andere tierische Produkte zu verzehren; 35 % tun dies selten. In der Summe kann man sagen, dass Tiere für die Ernährung eine große Rolle spielen.

Beim Zoobesuch möchten 45 % der Befragten vor allem Tiere in Ruhe beobachten können und etwas über sie erfahren. 32 % finden, dass moderne, artgerechte Tiergehege unbedingt sein müssen. Ein grundsätzliches Desinteresse an Zoos gab es unter den Befragten eher selten. Ebenso die Einstellung, dass Zoos ausschließlich der Unterhaltung dienen.

Wir wollten wissen, ob sich die Befragten vorstellen können. ihren Umgang mit Tieren zukünftig zu verändern (hierbei waren Mehrfachnennungen möglich). Über die Hälfte der Befragten gab an, bereits besonders achtsam mit Tieren umzugehen und sich keine Änderung ihres Verhaltens vorstellen zu können. Immerhin 29 % gaben an möglicherweise weniger bzw. gar kein Fleisch und andere tierische Produkte mehr zu verzehren. Alle anderen Antwortmöglichkeiten wie der Verzicht auf Haustier oder die Nutzung von Tieren für das Freizeitvergnügen sowie vermehrte Spenden an Tierschutzorganisationen wurden so gut wie gar nicht berücksichtigt.

54 % der Befragten gaben an, traurig zu sein, wenn sie vom Aussterben bestimmter Tierarten erfahren, aber nur 24 % möchten in dieser Situation auch etwas unternehmen. 29 % fordern, dass bedrohte Tierarten verstärkt nachgezüchtet und ausgewildert werden.

48 % gaben an, dass Tierquälerei stärker bestraft werden sollte. 29 % sind dafür, dass Tiere nicht mehr zu Unterhaltungszwecken (z.B. Filme, Zirkus, Tier-Shows) herangezogen werden dürfen. Die Nutzung von Tieren durch Menschen (z. B. als Blindenhunde, Wachhunde, Milchvieh, Schlachtvieh) hält eine Mehrheit von 64 % der Befragten für legitim. 35 % haben keine Probleme damit, Fleisch und andere tierische Produkte zu verzehren, dies liege in der Natur des Menschen.

29 % können sich ein Leben ohne Haustier nicht vorstellen; davon ist der überwiegende Teil der Befragten weiblich. Besonders bemerkenswert ist, dass 59 % der Befragten fordern, dass zukünftige Haustierhalter zuerst eine Art „Führerschein“ für diese Tierart machen und nachweisen sollen, dass sie eine artgerechte Haltung sicherstellen können. Diese Forderung wird übrigens von Haustierhaltern häufiger erhoben als von Befragten ohne eigenes Tier.

Mit Abstand am häufigsten wünschen sich die Befragten, dass Tiere nicht vermenschlicht werden dürfen, der Mensch ihnen jedoch mit Respekt begegnet.

(C) Caroline Stollmeier

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