Der Fall Kermit Gosnell

Caroline Stollmeier am 16. April 2013

17 Jahre lang hat Kermit B. Gosnell im Bundesstaat Pennsylvania der USA eine Abtreibungsklinik betrieben. Nun steht er vor Gericht wegen Mord an einer Patientin und mehrerer Babys, Totschlag, Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Leichenschändung und weiterer krimineller Machenschaften.

In Pennsylvania sind Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt. Aber nach Aussage von mehreren ehemaligen Angestellten Gosnells waren auch Spätabtreibungen weit über diesen Zeitraum hinaus an der Tagesordnung der „Women’s Medical Society“ – selbstverständlich nur, wenn die Patientinnen das dafür nötige Honorar aufbringen konnten.

Das übliche Vorgehen bei einer Spätabtreibung in Gosnells Klinik ist, dass die Schwangeren bestimmte Medikamente einnehmen und nach zwei bis drei Tagen ihr Kind entbinden. Wenn das Kind noch nicht durch die Medikamente getötet wurde, dann hat Gosnell ihnen mit einer Schere das Rückenmark durchtrennt, sobald es aus dem Geburtskanal heraus war. In unzähligen Fällen waren die Kinder zu diesem Zeitpunkt schon alleine überlebensfähig.

Die wenigen weißen Patientinnen betreute Dr. Gosnell persönlich. Alle anderen überließ er regelmäßig seinem ungelernten Personal. Teilweise war er während der Abtreibung (mit Medikamenten) nicht einmal in der Klinik anwesend. Schmerzmittel erhielten die Patientinnen in dem Umfang, den sie bezahlen konnten. Es sei denn, sie weinten oder schrien. Dann wurden sie ruhig gestellt, damit es keine Probleme mit den Nachbarn gibt. Die Praxisräume waren schmutzig, die medizinischen Geräte defekt und nicht sterilisiert. Die Firma, die den „medizinischen Abfall“ fachgerecht entsorgen sollte, wurde von Gosnell nur sporadisch bezahlt. So kam es immer wieder vor, dass die Leichen abgetriebener Kinder in Kühlschränken und Räumen der Klinik gelagert wurden.

Jahrelang wurde die Klinik von verschiedenen Aufsichtsbehörden nicht geprüft. Hinweise auf unsaubere Arbeit verliefen im Sande oder wurden aus politischen Gründen nicht verfolgt. Von der Regierung in Pennsylvania, die seit 1993 pro-Abtreibung ist, wurde gar befürchtet, dass zu starke Kontrollen der Abtreibungskliniken den abtreibungswilligen Frauen Steine in den Weg legen könnten. Gerade das aber öffnete nun der Misshandlung und Ausbeutung von Frauen Tor und Tür, wie der Fall Gosnell grausam zeigt.

Mindestens eine Patientin starb während einer Abtreibung an einer Medikamentenüberdosis, die ihr von einer ungelernten Hilfskraft verabreicht wurde. In vielen weiteren Fällen traten schwerwiegende, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen während oder nach einer Abtreibung in Gosnells Klinik auf. Systematisch wurden die Notausgänge verbarrikadiert und wartende Angehörige ausgesperrt, wenn es zu Notfällen kam. In mindestens einem Fall weigerte sich Gosnell eine Abtreibung zu unterbrechen, als eine Patientin ihn darum bat, weil sie ihr Baby doch behalten wollte. Als die Klinik im Jahr 2010 endlich geschlossen wurde, fanden die Ermittler reihenweise Füßchen verschiedener Größen in eingelegt Gläsern, die Gosnell Babys nach der Abtreibung abgetrennt hatte.

In den Medien wurde der Fall Gosnell bisher weitgehend totgeschwiegen. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Vielleicht sind viele Journalisten Abtreibungsbefürworter, die kein gesteigertes Interesse an der Veröffentlichung einer Geschichte haben, die die schrecklichsten Auswüchse einer liberalen Abtreibungsgesetzgebung aufdeckt. Gosnell hat genau so gearbeitet wie die Hinterhof-Schlächter und skrupellosen Engelmacher, vor denen Abtreibungsbefürworter immer warnen und die ihr Hauptargument für ein „Recht auf Abtreibung“ sind – jahrelang erfolgreich gedeckt von eben diesem Recht.

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Der amerikanische Abtreibungsarzt Gosnell steht in diesen Tagen vor Gericht. Ihm werden Mord und andere grausame Verbrechen vorgeworfen.

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3 Kommentare zu “Der Fall Kermit Gosnell”

  1. rosa huberam 16. April 2013 um 10:04

    …. und so etwas nennt sich Arzt. Ich konnte diesen Beitrag wirklich nicht zu Ende lesen.

  2. Roan Sudaam 16. April 2013 um 13:23

    Als gebürtiger Amerikaner von japanischer Staatsangehörigkeit habe ich versucht, meiner Familie und meinen Bekannten den Gosnell-Fall zu erklären. Die meisten finden die ganze Geschichte unglaublich, und manche haben sogar behauptet, dass ich als Katholik sie entweder erfunden oder übertrieben habe. Ein alter Freund, ein pensionierter amerikanischer Diplomat, hat mir geschrieben, der Massenmord im Staat Connecticut sei furchtbar gewesen, weil es um 10-jährige Kinder ging, die von ihren Eltern geliebt wurden. Aber wenn die sogenannten Kinder von Anfang unerwünscht sind, dürfe man nicht mehr von ‚Mord‘ sprechen, auch bei einer allerdings etwas brutalen Abwicklung. Ich glaube, dass er, ein großer Anhänger von Obama, der für die unbegrenzte Abtreibung steht, davon überzeugt ist, dass Amerika ein besseres Land wäre, wenn es nicht so viele arme, vaterlose Schwarze gäbe. Er sagt sogar: „Mehr Abtreibungen, weniger Verbrecher.“ Seine Lebensgefährtin meint, es sei eine Schande, dass man keine „Genehmigung“ braucht, um Kinder zur Welt zu bringen…Natürlich unterstützen die beiden die Schwulenehe—und wehren sich gegen sämtliche Religionen.

  3. cuam 17. April 2013 um 10:03

    Ich glaube ich muss brechen….das erinnert ja an Euthanasie….

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