Monatsarchiv für Mai 2013

Kurz gemeldet: Haare weg – na und?

Caroline Stollmeier am 22. Mai 2013

6.100 Euro konnten die beiden mutigen Schülerinnen Melissa Momm und Ronja Laur in dieser Woche an die Elterninitiative der Kinderkrebsklinik Düsseldorf überreichen. Ende März hatten die beiden sich in Voerde am Niederrhein öffentlich eine Glatze schneiden lassen. Damit wollten sie – inspiriert von Film und Buch „Beim Leben meiner Schwester“ – ein Zeichen setzen und krebskranke Kinder und Jugendliche moralisch unterstützen. Außerdem haben sie mit ihrer Aktion in den vergangenen Wochen erfolgreich um Spenden geworben.

„Ganz am Anfang haben wir gehofft, dass wir 500 Euro schaffen würden. Und dann kamen immer mehr Spenden zusammen. Plötzlich hatten wir sogar mehr als 5.000 Euro“, berichtet Melissa überrascht vom eigenen Erfolg.

Auch das Medienecho auf ihre Aktion hat die beiden etwas überrollt. „Aber im Grunde war es das beste, was uns passieren konnte. Dadurch konnten wir noch besser helfen. Und wir sind auch selbstbewusster dabei geworden“, sagt Melissa.

Wirklich schlimme Reaktionen gab es auf das veränderte Aussehen der beiden nicht. Wer in ihrem Umfeld nicht sowieso schon von der Aktion wusste, wurde kurzerhand aufgeklärt und hat positiv reagiert. So lautet auch das vorläufige Fazit von Melissa und Ronja: „Wir hatten vor der Aktion doch noch Tage, an denen wir gezweifelt haben. Aber dann haben wir es durchgezogen – und würden es ohne nachzudenken sofort wieder machen.“

Melissa und Ronja stehen in regem Kontakt zur Elterninitiative. „Unsere Aktion ist noch lange nicht abgeschlossen, wir haben schon viele gemeinsame Pläne. Es ist schön helfen zu können, auch wenn man nicht unmittelbar betroffen ist“, sagen sie.

Moralblog wünscht weiterhin viel Erfolg und sagt DANKE für ein so großartiges Engagement!

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Woran starb Lots Frau eigentlich genau?

Harald Stollmeier am 14. Mai 2013

Buchbesprechung: Claudia Sperlich, Mit deinen Flügeln will ich fliegen

Die Erschaffung Evas aus Adams Rippe, Lots Frau als Salzsäule, David und Batseba, die Passion Christi: Die Bibel ist voller vertrauter Geschichten – so vertraut, dass die meisten von uns aufgehört haben, darüber nachzudenken. Ich verpreche Ihnen: Das ändert sich nach wenigen Gedichten von Claudia Sperlich.

Claudia Sperlich aus Berlin hat Theologie studiert, spricht fließend Latein, bloggt und singt gregorianische Choräle. Als Lyrikerin hat sie sich die Fähigkeit bewahrt, an vertraute Texte Fragen zu stellen. So wie diese: Warum eigentlich ist Lots Frau zur Salzsäule erstarrt, als sie sich umsah? 

 „Sah klaren Geistes

Ausbeutung, Mord,

Vergewaltigung ihrer Schwestern,

Gift und Feuer vom Himmel,

erstarrte in Tränen.

Ihr Mann lief fort.“

Durch Claudia Sperlichs Verse kommen biblische Menschen zu Wort, über deren Perspektive bisher niemand nachgedacht hatte. Es lohnt sich, zum Beispiel Sperlichs „Batseba“ zuzuhören. Oder ihren Zeitgenossen Christi im „Jerusalemer Klatsch“, die sich verdächtig modern anhören, heutzutage beinahe schon katholisch und auf jeden Fall wie von Erich Kästner:

„Er war nicht dumm, der junge Radikale

Aus diesem Kaff – war wirklich recht belesen.

Nein – kriminell ist er wohl nicht gewesen.

Er setzte nur so seltsame Signale.“

Neben ihre Gedichte stellt die Autorin ihre Quellen: Bibeltexte in der Übersetzung von Martin Luther und Gemälde aus den Museen der Welt. Damit ermöglicht sie es ihren Lesern, ihren Denkweg nachzugehen – und macht aus ihrem Buch ein Bildungserlebnis.

Mit Deinen Flügeln will ich fliegen von Claudia Sperlich, im Sperlich Verlag Berlin erschienen, 72 Seiten, ist eines von den Büchern, nach deren Lektüre man den Verfasser kennenlernen will. Es kostet 8,90 Euro, und ich bestelle mir gleich noch ein paar.

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