Das Beichten von Abtreibungen ist jetzt erlaubt!

Caroline Stollmeier am 2. September 2015

…so oder so ähnlich lauten wohl die einschlägigen Schlagzeilen im Moment. Tatsächlich hat Papst Franziskus in einem kürzlich veröffentlichten Brief Anweisungen gegeben, wie im bevorstehenden Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, mit Frauen umgegangen werden soll, die abgetrieben haben, dies nun bereuen und zur Beichte kommen. Kirchenrechtlich ist dies anscheinend ein heikler und aufsehenerregender Schritt.

Aber… Was ich daran vor allem bemerkenswert finde, ist mit welcher Liebe Papst Franziskus über die betroffenen Frauen schreibt: “Ich weiß um den Druck, der sie zu dieser Entscheidung geführt hat. Ich weiß, dass dies eine existentielle und moralische Tragödie ist. Ich bin sehr vielen Frauen begegnet, die in ihrem Herzen die Narben dieser leidvollen und schmerzhaften Entscheidung trugen. Was geschehen ist, ist zutiefst ungerecht. Und doch: Nur wenn man es in seiner Wahrheit versteht, ist es möglich, die Hoffnung nicht zu verlieren.”

Die Beichte, die aufrichtige Bitte um die Versöhnung mit Gott und seine Vergebung, ist keine lästige Pflicht, sondern das größte Geschenk. Manchmal hat man in seinem Leben vielleicht Dinge getan, von denen man später erkennt, dass sie salopp gesagt echt Mist waren. Vielleicht hat man Fehler gemacht, die man sich selber nicht verzeihen kann und die Person, der man dabei geschadet hat, erst recht nicht. Wie soll man weiter leben mit so etwas? Wie soll man es wieder gut machen, wenn man das denn möchte?

Eine Abtreibung ist für manche Frauen so ein Problem. In der damaligen Situation war es die vermeintlich einzige Lösung, aber irgendwann später begreifen sie, was tatsächlich passiert ist. Sie möchten, dass ihr Kind lebt – oder sich zumindest bei ihm entschuldigen. Doch das geht nicht mehr.

Ich war zutiefst beeindruckt von der Begegnung mit einer Frau, die mir eindringlich erzählt hat, wie das damals bei ihr gewesen ist. Erst als sie Jahre nach ihrer Abtreibung zum Glauben gefunden hat und die göttliche Vergebung für ihre Abtreibung gespürt hat, konnte sie ihr Leben wieder richtig leben (und hilft inzwischen anderen betroffenen Frauen auf diesem harten Weg).

Es gibt eben Fehler, die kann nur Gott verzeihen. Und wenn einer sie wieder gut machen kann, dann ist es auch nur Er. Für Frauen, die darunter leiden, ist die Abtreibung ein solcher Fehler. Sicher, man findet bestimmt auch andere Wege, aber nur den einen, der wirklich frei macht. Deshalb ist jeder Schritt begrüßenswert, mit dem die (katholische) Kirche hilfesuchenden Frauen entgegen kommt. Keine echte Beichte geschieht leichtfertig.

“Die Vergebung Gottes für jeden Menschen, der bereut, kann diesem nicht versagt werden, besonders wenn er mit ehrlichem und aufrichtigem Herzen das Sakrament der Vergebung empfangen will, um Versöhnung mit dem Vater zu erlangen”, schreibt Papst Fraziskus. Und wenn Gott etwas vergeben hat, dann darf man es sich auch selbst verzeihen. Die Beichte ist eine Möglichkeit zur Umkehr ohne die unsere Welt schlechter dran wäre.

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