Little Drummer Boy

Caroline Stollmeier am 10. Dezember 2015

“Komm’ mit und schau’ dir den neugeborenen König an! Und vergiss nicht ein schönes Geschenk mitzubringen, das eines Königs würdig ist!” – Das haben sie mir gesagt. Aber, kleines Baby, ich bin selber nur ein armer Junge. Ich habe nichts, was ich dir schenken könnte. Soll ich Dir stattdessen vielleicht einfach auf meiner Trommel etwas vorspielen? Deine Mutter hat nichts dagegen. Also spiele ich für dich. Ich spiele so gut ich kann. Und was tust du? Du lächelst mich an, mich und meine Trommel.

Ich finde, dieser kleine Trommler in einem meiner Lieblingsweihnachtslieder* macht es genau richtig! Er lässt sich nicht einschüchtern von Menschen, die ihm sagen wollen, welche Opfer man Gott bringen soll, was man leisten muss, um Gott zu gefallen und was einen nach ihrer Ansicht würdig macht vor Gott zu stehen. Er überlegt einen Moment und besinnt sich dann auf ein Talent, das ihm gegeben ist, nämlich das Trommelspielen. Ein Lied ist kein handfestes Geschenk wie Weihrauch, Myrrhe und Gold, aber es ist doch nicht weniger kostbar. Und schüchtern zwar, aber doch voller Vertrauen geht er hin zum König und bringt seine Gabe dar. Er spielt sein Lied, und strengt sich dabei richtig an. Belohnt wird er dafür mit einem zufriedenen Lächeln von Gott selbst.

Wer will uns sagen, was des Königs würdig ist – außer dem König selbst? Gott kennt uns durch und durch. Er weiß um unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten. Na, und?! Er weiß, was wir haben und was wir nicht haben. Wer reich ist, kann mit seinem Geld Gutes tun. Und wer keins hat, ist deshalb noch lange nicht zur Tatenlosigkeit verdammt! Alles, was Gott von uns verlangt, ist, dass wir unsere Talente in Seinem Sinne gewinnbringend einsetzen und sie nicht verkommen lassen. Unser Bemühen in Seinem Namen ist gesegnet.

 

* “Little Drummer Boy” von Katherine K. Davis, Henry Onorati und Harry Simeone, 1958.

Wer eine schöne Version davon hören möchte, findet sie hier.

 

(C) Caroline Stollmeier

 

 

(Freie Übersetzung und Foto: Caroline Stollmeier)

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