Monatsarchiv für Februar 2016

Einheit und Frieden. Oder?

Caroline Stollmeier am 23. Februar 2016

!Vorsicht Meinung!

 

Welche Rolle spielt der Geist Gottes in Eurem Leben? Welche Rolle spielt er in Deinem Leben?

Der Geist Gottes macht alle Christen zu Brüdern und Schwestern: „Alle, die sich vom Geist Gottes führen lassen, die sind Gottes Söhne und Töchter.“ (Röm 8,14) Und als solche, stehen wir nicht mehr unter dem Zwang, unserer selbstsüchtigen Natur zu folgen. (Röm 8,12)

Das ist eine große Chance. Wir stehen nicht mehr unter dem Zwang, unserer selbstsüchtigen Natur zu folgen. Das heißt, wir haben eine Wahl. Wir können alles laufen lassen, wie es ist – Geist hin oder her. Aber wir können ihn auch um seine Hilfe bitten, und dann kommt er.

Die Selbstsucht der Menschen hat tausend Gesichter. Sie zieht sich durch alle Bereiche das Lebens. Natürlich auch bei Christen. Ich denke an dieses spontane Gefühl, dass man doch eigentlich ein viel besserer Christ ist als der da drüben. Oder wenn man eifersüchtig wird, weil eine andere Gemeinde viel mehr Mitglieder gewinnen kann als die eigene…

Es heißt aber, dass jeder von uns so leben soll, dass die Gemeinschaft der Christen gefördert und Gemeinde aufgebaut wird. (Röm 15,2) DIE Gemeinschaft, DIE Gemeinde – insgesamt – nicht eine bestimmte! Und wir sollen nicht in Streit geraten über verschiedene Auffassungen und Rituale. (Röm 14,1) So weit es möglich ist, und da, wo es auf uns ankommt, sollen wir den Frieden untereinander bewahren. (Röm 12,18)

Wir wünschen uns doch alle, dass möglichst viele Menschen gerettet werden, oder? Jeder von uns kann für Andere eine Sprosse auf der langen Leiter in den Himmel sein. Lasst nicht zu, dass beobachtbar eifersüchtiges, selbstsüchtiges oder überhebliches Verhalten Andere davon abhält, auch nur die unterste Sprosse zu betreten oder auf halber Höhe wieder abzuspringen! Und schubst um Himmels willen nicht sogar jemanden hinunter!

„Hören wir also auf, uns gegenseitig zu verurteilen! Seid viel mehr kritisch gegen euch selbst, wenn ihr euch im Glauben stark fühlt, und vermeidet alles, was einem Bruder oder einer Schwester Anstoß bereiten oder sie zu Fall bringen kann.“ (Röm 14,13) Ich finde das ziemlich klar und eindeutig.

Am Ende wir sich jeder Einzelne von uns für sein Tun verantworten müssen. (Röm 14,12)

Wir alle sind Gottes Söhne und Töchter. Wir alle sind dadurch Brüder und Schwestern. Jeder Christ. Egal zu welcher Kirche oder Gemeinde er gehört. Wir dürfen uns nicht entzweien an Stilfragen oder Ritualen. Und schon gar nicht dürfen wir auf einander herabsehen.

Klar gibt es die, die „reifer“ im Glauben sind. Aber insbesondere die haben die Pflicht, andere Menschen mit einem schwacheren Glauben mitzutragen, anstatt selbstgefällig nur an sich zu denken. (Röm 15,1)

Welche Rolle spielt der Geist Gottes in Deinem Leben?

ALLE, die sich vom Geist Gottes führen lassen, sind Brüder und Schwestern. Wir stehen nicht mehr unter dem Zwang, unserer selbstsüchtigen Natur zu folgen. Und jeder für sich ist für sein eigenes Tun verantwortlich. Lasst uns einander also annehmen, so wie Christus jeden von uns angenommen hat. DAS dient zum Ruhm und zur Ehre Gottes! (Röm 15,7)

 

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Tiere: Vom Objekt zum Gegenüber

Harald Stollmeier am 19. Februar 2016

Buchbesprechung: Alexander Pschera, Das Internet der Tiere: Der neue Dialog zwischen Mensch und Natur, Matthes & Seitz Berlin, 186 Seiten, 19,90 Euro

Der Naturschutz hat es geschafft, eine Landfläche von der Größe Südamerikas von menschlicher Nutzung und menschlichem Besuch abzuschirmen. Aber das Artensterben hält er nicht auf. Kein Wunder, sagt Alexander Pschera, Philosoph, Literaturwissenschaftler und Kommunikationsberater in München. In seinem Buch Das Internet der Tiere macht er plausibel, dass der Schutz der Natur vor dem Menschen die Natur für den Menschen irrelevant gemacht hat. Früher hatten die Menschen einen direkten Bezug zur Natur: Sie lebten in ihr, von ihr, mit ihr. Sie lebten mit Tieren zusammen, sie liebten, nutzten und töteten Tiere. Dann kamen Industrialisierung und Naturschutz, und wenn heute ein Kind Schmetterlinge fängt oder Käfer sammelt, ist es schon fast mit einem Bein im Gefängnis.

Aber das ist nicht das letzte Wort. Die informationstechnische Revolution, in der wir leben, hat nach den Menschen (Facebook etc.!) und den Dingen (intelligenter Kühlschrank!) inzwischen auch die Tiere erfasst. Immer mehr Tiere werden mit Sendern versehen, vom Weißhai bis zum Schmetterling, und hinterlassen digitale Spuren im Internet, denen immer mehr Menschen folgen. Die Umwälzung, die sich daraus ergibt, ist dramatisch. Denn solche besenderten Tiere bekommen eine unverwechselbare Individualität, ja eine Biographie. Sie sind nicht mehr Vertreter einer Art, sie sind Individuen, so wie der Waldrapp Shorty, mit dem Alexander Pschera selbst auf Facebook verbunden ist.

Wenn man sich vorrangig für die Vorteile dieser Entwicklung interessiert, und die sind unbestreitbar, dann kann man es sich auch leisten, den Unterschied zwischen einer objektiven und einer subjektiven Biographie zu übergehen. Dieser Unterschied ist aber ethisch relevant, weil es für die Nutzung von Tieren, die ihre Tötung einschließen kann, durchaus von Bedeutung ist, ob sie subjektiv eine Biographie (ein Bewusstsein) haben. Und diese Art von Biographie kann auch das Internet nicht herstellen.

Pscheras Kernaussage aber ist überzeugend: Das Internet der Tiere schlägt milliardenfach Brücken über den Abgrund, den industrielle Revolution und Naturschutz aufgerissen haben, und stellt eine neue Beziehung zwischen Mensch und Natur her, eine Beziehung, auf deren Grundlage die Natur doch noch gerettet werden kann. Natürlich ist das in Wirklichkeit eine Veränderung allein im Bewusstsein der Menschen, von der die Tiere wenig spüren – aber den Nutzen haben auch sie, weil ihr Lebensraum von Menschen, die sie plötzlich schätzen und verstehen, wesentlich besser geschützt wird als von Menschen, für die sie nur tabu sind.

Pschera

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Und alles nur, weil ich dich liebe…

Caroline Stollmeier am 16. Februar 2016

„Caroline, dann musst du mich ja wirklich hassen“, sagte eine Freundin zu mir, als ich ihr in einem eigentlich ganz alltäglichen Gespräch sagte, dass ich Abtreibung nie für die beste Lösung halte. „Ich habe nämlich auch schon mal abgetrieben“, erklärte sie.

Ich war geschockt!

Nicht wegen der Abtreibung! Sie berichtete mir von den damaligen Umständen: der Freund hatte sie unter Druck gesetzt, der Chef mit Kündigung gedroht und ihre Eltern waren keine Hilfe. Ein ganz „normaler“ Konflikt eben, wenn man das überhaupt so sagen kann…

Geschockt war ich davon, dass meine Freundin überhaupt auf die Idee gekommen ist, ich könnte sie „hassen“!

Ich wollte rufen, schreien, brüllen: „NEIN! Ich hasse dich doch nicht!“ (Da wir im Auto saßen, wäre das aber vielleicht nicht so gut angekommen.) Nein, ich hasse meine Freundin nicht – und auch keine andere Frau in ähnlichen Umständen.

Ich liebe sie.

Mein Herz brennt für jede Frau, die ungeplant schwanger ist und nun nicht weiß, was sie tun soll. Deshalb engagiere ich mich seit Jahren für den Verein Pro Femina (das bedeutet: für die Frau!), der es durch einzigartige Beratung schafft, Frauen eine freie Entscheidung zu ermöglichen. Eine Entscheidung, die nicht unter Druck, Zwang oder Ohnmacht getroffen werden muss.

Eine Frau, die abgetrieben hat, ist doch nicht deshalb ein schlechter Mensch. Wer so etwas behauptet, der hat kein Herz und richtet, wo einem Richten nicht zusteht!

Meine Freundin hat inzwischen einen Ehemann und weitere Kinder, wofür sie sehr dankbar ist. Aber natürlich hat sie ihr erstes Kind nicht vergessen, von dem sie damals fast niemandem erzählen konnte. Sie tut mir unendlich leid, weil sie damals keinen anderen Ausweg gesehen hat.

Ich wünsche mir, dass Frauen, die heute in einer ähnlichen Situation sind, alle Liebe, Hilfe und Unterstützung bekommen, die sie so dringend benötigen. Und deshalb wünsche ich mir, dass noch mehr Frauen diese Telefonnummer anrufen: 0 8000 60 67 67*.

Wir tun das alles, weil wir Euch lieben!

 

 

* Das ist die aus Deutschland kostenlos erreichbare Beratungshotline von Pro Femina e.V.; weitere Kontaktmöglichkeiten sind hier zu finden.

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