Hilfe ist nicht politisch!

Caroline Stollmeier am 8. Februar 2017

In der morgigen Ausgabe der „Tagespost“ erscheint ein Gastkommentar von Kristijan Aufiero, Initiator und Leiter von 1000plus („Hilfe statt Abtreibung“), in dem er Stellung zur aktuellen Diskussionen rund um die tatsächliche Anzahl von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland nimmt. Auch wir haben uns bereits in der Vergangenheit mit den „Todesstatistiken“ auseinandergesetzt.

Neu ist in diesen Tagen allerdings, dass die Kritik an den offiziellen Abtreibungszahlen (die regelmäßig gemeldeten etwa 100.000 sollen womöglich nur ein Drittel der wahren Anzahl sein) nicht von den „üblichen Verdächtigen“ geäußert wurde, sondern vom Betreiber zweier österreichischer Abtreibungskliniken, der im focus online zu Wort kommt.

So gerne wir glauben würden, dass die Zahl der Abtreibungen sinkt – nicht zuletzt natürlich auch durch das unermüdliche Engagement von 1000plus – so realistisch ist es doch, dass die Statistik-Kritiker Recht haben.

„Es besteht leider ein offensichtlicher politischer Unwille, die tatsächlichen Zahlen dieses traurigen Massenphänomens genauer zu eruieren“, schreibt Aufiero. Und weiter führt er aus: „Bei 1000plus beraten wir derzeit weit über 3.500 Schwangere im Jahr. Keine einzige hält die Abtreibung ihres ungeborenen Kindes für eine moralisch gute oder richtige Lösung. Alle benennen äußere Umstände als Ursachen für ihren Konflikt. Es sind umfassende Information, lösungsorientierte Beratung und konkrete individuelle Hilfe, die aus der Perspektive der Frau verantwortungsbewusste Entscheidungen für das Leben möglich machen.“

Die aktuelle Debatte ist in erster Linie politisch. Aber wer in dem Thema „Schwangerschaftsabbrüche“ vorrangig ein politisches sieht, greift mindestens zu kurz, wenn er nicht sogar völlig auf der falschen Fährte ist. Eine ungeplante Schwangerschaft ist kein politisches Problem, sondern in unzähligen Fällen eine existenzielle Notlage für die betroffene Frau – und natürlich auch für ihr Kind oder ihre Familie.

Zahlen von 100.000 oder gar 300.000 Abtreibungen pro Jahr sind so unvorstellbar groß, dass man leicht aus den Augen verlieren kann, dass es sich dabei um ebenso viele einzelne Frauen handelt, die vor der vielleicht schwierigsten Entscheidung ihres Lebens stehen. Jede von ihnen braucht und verdient die bestmögliche Beratung und Hilfe – bei der nur sie ganz alleine im Mittelpunkt steht – damit sie wirklich frei ist für eine Entscheidung, die sie über sich selbst hinauswachsen und auch noch nach Jahren stolz zurückblicken lässt.

Und wer findet, dass es in unserem Land zu viele Abtreibungen und zu wenig Hilfe für Schwangere in Not gibt, kann ganz persönlich (und übrigens völlig unpolitisch) etwas daran ändern – beispielsweise mit seinem Einsatz für 1000plus.

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