Archiv für die Kategorie '1000plus | Leben'

#PinkFirst – eine Aktion für die Rechte der Frauen.

Caroline Stollmeier am 8. März 2017

Liebe Mit-Frauen, liebe Andere,

anlässlich des Weltfrauentags heute hat BRIGITTE die Aktion #PinkFirst ins Leben gerufen, der ich mich gerne anschließen möchte. Nicht nur, weil ich pink super finde ( 😉 ) und schon lange auf die Gelegenheit gewartet habe, diesen pinken Nagellack zu tragen, sondern vor allem natürlich, weil ich die Statements (siehe unten) total nachvollziehbar finde. (Was ich allerdings weniger nachvollziehen kann, ist, warum man das alles heutzutage überhaupt noch einfordern muss. Sollte dieser Umgang nicht nur mit Frauen, sondern natürlich auch mit Männern nicht inzwischen selbstverständlich sein…?!)

Mir liegt eine der Aussagen von #PinkFirst ganz besonders am Herzen: „Frauen wollen in Freiheit entscheiden – ob und wann sie Kinder wollen.“ Genau!

Für mich fängt es damit an, dass selbstverständlich keine Frau zum Sex gezwungen oder manipuliert werden darf. Es geht damit weiter, dass jede Frau frei sein sollte zu entscheiden, ob und wie sie Schwangerschaften verhütet und dass der beteiligte Mann diese Freiheit respektiert. Ganz praktisch würde das vielleicht auch mal Abstinenz in den fruchtbaren Tagen bedeuten, wenn man auf Nummer Sicher gehen möchte. Frauen sind eben keine allzeit verfügbare Ware!

Aber Sex macht nun mal schwanger. Und deshalb schließt diese Forderung natürlich auch die Frage ein, wie mit einer möglichen ungeplanten Schwangerschaft umgegangen wird. Ich finde es existenziell, dass jede Frau in dieser Situation echte Freiheit hat! Und das bedeutet für mich vor allem, dass sie nicht von ihrem Partner, ihren Eltern, ihren Freunden oder irgendwelchen Moralvorstellungen unter Druck gesetzt wird. Wer Angst haben muss, plötzlich mit einem Kind alleine dazustehen, den Job zu verlieren oder gar zuhause rausgeschmissen zu werden, hat keine echte Freiheit. Und Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Ist ein Kind erstmal entstanden, wird es für seine Mutter nie wieder so sein, als habe es dieses Kind nicht gegeben. Unabhängig davon, ob sie das Kind bekommt oder es abtreibt. Deshalb möchte ich dem #PinkFirst-Statement noch hinzufügen: Jede Frau hat das Recht, die bestmögliche Beratung und Hilfe zu bekommen, sollte sie ungeplant schwanger geworden sein. Niemand darf sie zu einem Schritt drängen, den sie im Grunde ihres Herzens nicht gehen möchte.

 

 

 (Um mein Video zu sehen, klicken Sie bitte auf das Bild.)

 

 

#PinkFirst – eine Aktion für die Rechte der Frauen:

> Frauen wollen in Frieden leben – ohne belästigt, diskriminiert oder misshandelt zu werden. Ohne für ihr Aussehen, ihre Herkunft oder ihren Glauben angegriffen zu werden. Ohne sich um die Zukunft sorgen zu müssen.

> Frauen wollen in Freiheit entscheiden – ob und wann sie Kinder wollen. Ob sie Hausfrau oder Vorstandsvorsitzende sein wollen. Was sie anziehen, wie sie leben, ob sie Männer lieben oder Frauen.

> Frauen wollen gleiche Rechte – das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit, auf Karriere und alle Möglichkeiten, die auch Männer haben. Darauf, sich einzumischen und ihre Meinung zu sagen, ohne dafür beleidigt oder bedroht zu werden.

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Die gelbe Ampel und Du

Caroline Stollmeier am 21. Februar 2017

Heute hat eine Freundin, die ich sehr schätze, etwas sehr Wertvolles mit mir geteilt: das Bild von der Ampel. Sie hat erklärt, dass es manchmal, wenn man Menschen mit einer bestimmten Botschaft erreichen möchte, so ähnlich ist wie im Straßenverkehr:

Bei einigen Menschen steht die Ampel einfach auf „rot“, wenn es um ein bestimmtes Thema geht. Wenn man das übersieht oder ignoriert und trotzdem losfährt, dann kann es zu einer direkten Konfrontation oder einem Unfall kommen. Wenn man Glück hat, kommt man unbeschadet davon, wahrscheinlich ist das jedoch nicht. Und etwas Gutes entsteht dabei auch nicht. Das sollte man also lieber lassen.

Bei manchen Menschen steht die Ampel auf „grün“. Diese signalisieren schon von sich aus, dass sie offen für ein Thema sind und laden einen geradezu ein, „loszufahren“. Bei diesen Menschen wäre es fast schon sträflich, mit seiner Meinung hinter dem Berg zu halten und einem Gespräch aus dem Weg zu gehen. Also, Vollgas!

Und dann gibt es da noch die Menschen, deren Ampel auf „gelb“ steht. Das sind die Situationen, in denen man sich umsichtig und langsam vortasten kann. Die Ampel wird bald umschalten – aber es ist noch offen, in welche Richtung. Und gerade das macht diese Begegnungen besonders spannend und chancenreich.

Im Moment ist das Thema Abtreibungen in den Medien präsent wie lange nicht mehr. Ein deutscher Chefarzt musste seinen Posten räumen, weil er seinen hippokratischen Eid zu ernst genommen hat, sich auf seine Gewissensfreiheit berufen hat und nicht wollte, dass in seiner Abteilung Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. Junge Frauen berichten in Online-Medien und in persönlichen Videobotschaften von ihren Schwangerschaftsabbrüchen und wie es dazu kam. Die Klägerin im berühmt gewordenen Gerichtsprozess „Roe vs. Wade“ ist unlängst verstorben, was diverse Medien als Anlass zur Berichterstattung genommen haben. Der Prozess um Norma McCorvey hatte in den USA im Jahr 1973 zu einer faktischen Legalisierung von Abtreibungen bis kurz vor den Geburtstermin geführt. Später war McCorvey Christin geworden und hatte sich bis zu ihrem Tod dafür eingesetzt, dass dieses Gerichtsurteil wieder aufgehoben wurde, was ihr allerdings nicht gelang. Das spezielle Thema Spätabtreibung bei Verdacht auf Down Syndrom findet Eingang in Kinofilme und öffentlich-rechtliche Berichterstattung. Blogger und Publizisten – außerhalb der Reihen der „üblichen Verdächtigen“ – mischen sich ein.

Auch, wenn nicht immer alles erfreulich ist und den eigenen Vorstellungen entspricht, was zu lesen und zu sehen ist, hat die mediale Aufmerksamkeit doch ein Gutes: die „gelben Ampeln“ bekommen vielleicht den nötigen Impuls, der ihnen bisher gefehlt hat, um umzuschalten.

Gehörst Du zu den Menschen, die beim Thema Abtreibung der Ansicht sind, dass eine Frau das „ganz alleine entscheiden muss“ oder die sich einfach noch gar nicht damit beschäftigt haben? Dann bist Du vielleicht so eine gelbe Ampel. Du empfindest im Grunde Wohlwollen mit den betroffenen Frauen, möchtest sie nicht bevormunden? Vielleicht ist es aber auch eine Spur von Unwillen oder einfach Unverständnis? Vielleicht fühlst Du Dich bei diesem Thema rat- oder hilflos? Aber was auch immer dich bewegt bzw. kalt lässt, Deine Meinung ist vielleicht einfach noch nicht „fertig“. Und dabei spielt es keine Rolle, wie alt Du bist!

Wenn Du besser verstehen möchtest, wie es Frauen im Schwangerschaftskonflikt wirklich geht und was sie noch viel mehr brauchen als „Neutralität“, dann kann ich Dir nur ans Herz legen, den „Jahresbericht“ der Frauenhilfsorganisation Pro Femina zu lesen, dem die Erfahrungen aus tausendfacher Schwangerenberatungen zugrunde liegen. Es fängt schon damit an, dass Du große Überraschungen erleben kannst, wenn Du mehr über die wahren Ursachen von Schwangerschaftskonflikten erfährst. „Finanzielle Probleme“ oder gar „Vergewaltigung“ werden von den betroffenen Schwangeren beispielsweise wesentlich seltener angeführt, als „Druck durch den Partner“ oder „Überforderung“.

Ich möchte Dich kurz fragen: Steht Deine Ampel auf „gelb“, wenn es um das Thema Abtreibungen geht? Dann ist vielleicht JETZT die Zeit, Dir eine fundierte Meinung zu bilden. Nicht politisch, nicht ideologisch, nicht religiös, sondern ganz konkret.

Es ist schon ein paar Jahre her, da hat mir eine andere Freundin mal gesagt: „Ich kann nicht gegen Abtreibungen sein, denn eine Freundin von mir hat auch schon mal abgetrieben. Und wenn ich nun sage, dass ich dagegen bin, dann falle ich ihr doch irgendwie in den Rücken.“ Diese Aussage hat mich lange bewegt. Ich habe selber auch Freundinnen, die früher mal abgetrieben haben. Mehrere. Und ich bin überzeugt, die hat jede/r (bei 100.000 Abtreibungen pro Jahr ist das schon rein statistisch gesehen sehr wahrscheinlich…). Sie haben damals keinen anderen Ausweg gesehen, hatten weder echte Hilfe noch Vertrauen in die eigene Kraft und Stärke. Mindestens eine von ihnen bereut es heute zutiefst. Keine von ihnen ist stolz diesen Schritt gegangen zu sein.

Auch diese Freundinnen haben mir gezeigt, dass ein Schwangerschaftskonflikt nicht mit „Neutralität“ zu lösen ist. Denn nur wer festen Grund unter seinen Füßen hat, kann stabil stehen – und außerdem noch andere stützen. Ein klares Ja zum Leben ermöglicht Entscheidungen, auf die man auch im Nachhinein noch mit dem sicheren Gefühl das Richtige getan zu haben, zurückschauen kann.

Selbstverständlich entscheidet letztlich die Schwangere, ob sie abtreibt oder nicht! Aber eine echte Entscheidung kann man nur treffen, wenn man wirklich alle Alternativen und Perspektiven kennt, die man selber hat. Eine Entscheidung, die unter Druck oder Hilflosigkeit getroffen wurde, ist keine.

Frauen, die abgetrieben haben, sind deshalb nicht schlechte Menschen. Sie tragen diese Erfahrung ihr Leben lang mit sich. Und das ist – für die meisten – schon schwer genug. Da brauchen sie nicht auch noch Vorwürfe und Verurteilungen von Außenstehenden!

Aber wenn es Dir möglich ist, die Last, die eine ungeplante Schwangerschaft im ersten Moment zu sein scheint ein Stück des Weges mitzutragen – natürlich am besten bevor es zur Abtreibung kommt – dann pack an! Lass Deine Ampel grün leuchten, wenn es um Schwangere geht, die Hilfe brauchen. Begegne ihnen tatkräftig und mit Freude am Leben.

Und lass dabei immer die Liebe das letzte Wort haben.

 

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Hilfe ist nicht politisch!

Caroline Stollmeier am 8. Februar 2017

In der morgigen Ausgabe der „Tagespost“ erscheint ein Gastkommentar von Kristijan Aufiero, Initiator und Leiter von 1000plus („Hilfe statt Abtreibung“), in dem er Stellung zur aktuellen Diskussionen rund um die tatsächliche Anzahl von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland nimmt. Auch wir haben uns bereits in der Vergangenheit mit den „Todesstatistiken“ auseinandergesetzt.

Neu ist in diesen Tagen allerdings, dass die Kritik an den offiziellen Abtreibungszahlen (die regelmäßig gemeldeten etwa 100.000 sollen womöglich nur ein Drittel der wahren Anzahl sein) nicht von den „üblichen Verdächtigen“ geäußert wurde, sondern vom Betreiber zweier österreichischer Abtreibungskliniken, der im focus online zu Wort kommt.

So gerne wir glauben würden, dass die Zahl der Abtreibungen sinkt – nicht zuletzt natürlich auch durch das unermüdliche Engagement von 1000plus – so realistisch ist es doch, dass die Statistik-Kritiker Recht haben.

„Es besteht leider ein offensichtlicher politischer Unwille, die tatsächlichen Zahlen dieses traurigen Massenphänomens genauer zu eruieren“, schreibt Aufiero. Und weiter führt er aus: „Bei 1000plus beraten wir derzeit weit über 3.500 Schwangere im Jahr. Keine einzige hält die Abtreibung ihres ungeborenen Kindes für eine moralisch gute oder richtige Lösung. Alle benennen äußere Umstände als Ursachen für ihren Konflikt. Es sind umfassende Information, lösungsorientierte Beratung und konkrete individuelle Hilfe, die aus der Perspektive der Frau verantwortungsbewusste Entscheidungen für das Leben möglich machen.“

Die aktuelle Debatte ist in erster Linie politisch. Aber wer in dem Thema „Schwangerschaftsabbrüche“ vorrangig ein politisches sieht, greift mindestens zu kurz, wenn er nicht sogar völlig auf der falschen Fährte ist. Eine ungeplante Schwangerschaft ist kein politisches Problem, sondern in unzähligen Fällen eine existenzielle Notlage für die betroffene Frau – und natürlich auch für ihr Kind oder ihre Familie.

Zahlen von 100.000 oder gar 300.000 Abtreibungen pro Jahr sind so unvorstellbar groß, dass man leicht aus den Augen verlieren kann, dass es sich dabei um ebenso viele einzelne Frauen handelt, die vor der vielleicht schwierigsten Entscheidung ihres Lebens stehen. Jede von ihnen braucht und verdient die bestmögliche Beratung und Hilfe – bei der nur sie ganz alleine im Mittelpunkt steht – damit sie wirklich frei ist für eine Entscheidung, die sie über sich selbst hinauswachsen und auch noch nach Jahren stolz zurückblicken lässt.

Und wer findet, dass es in unserem Land zu viele Abtreibungen und zu wenig Hilfe für Schwangere in Not gibt, kann ganz persönlich (und übrigens völlig unpolitisch) etwas daran ändern – beispielsweise mit seinem Einsatz für 1000plus.

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Zwischen Mord und Menschenrecht: Auf der Suche nach Schnittmengen in der Abtreibungsdebatte

Harald Stollmeier am 25. Januar 2017

Abtreibungsdebatten eskalieren schnell. Bei kaum einem anderen Thema wird die jeweils andere Seite so schnell als böse wahrgenommen. Kein Wunder: Wenn der eine als Menschenrecht fordert, was der andere einen Mord nennt, wie soll da eine Schnittmenge existieren? Gibt es nennenswerte gemeinsame Ziele, auf die sich „Pro Life“ und „Pro Choice“ einigen könnten?

Bei einer Abtreibung wird ein unschuldiger Mensch getötet. Das ist immer ein moralisches Übel, selbst wenn es einmal das kleinere Übel sein sollte. Und auf ein Übel kann es keinen Rechtsanspruch geben. Viele der Reflektierteren unter den Anhängern eines „Rechts auf Abtreibung“ definieren deshalb entweder die Geburt als entscheidende ethische Grenze, vor deren Überschreiten man keine, nach deren Überschreiten man alle Rechte hat, oder sie bestreiten mit der Leidensfähigkeit von Embryonen und Föten auch deren Recht auf Unversehrtheit; manche Vertreter der zweiten Richtung gehen so weit zu erklären, dass auch nach der Geburt eine Tötung nicht tabu sein dürfe.

Das alles kommt für mich nicht in Frage; für mich ist das ungeborene Kind ab dem Vorliegen des doppelten Chromosomensatzes ein Mensch mit dem elementaren Recht, nicht getötet zu werden. Ich werde eher sterben, als ein „Recht auf Abtreibung“ anzuerkennen.

Muss ich mich deswegen aber auch zu der kategorischen Aussage „Abtreibung ist Mord!“ bekennen? Das ist nicht belanglos; unter Lebensrechtlern gilt diese Feststellung weithin als Selbstverständlichkeit. Ich will das aber nicht mehr sagen. Weniger wegen der juristischen Einordnung, obwohl ich sicher bin, dass diese nur im Ausnahmefall zutrifft. Sondern vor allem wegen des mitschwingenden Urteils, jede Schwangere, die ihr ungeborenes Kind töten lasse, sei im Grunde eine Mörderin. Da waren wir schon mal, dahin will ich nicht zurück, und ich kann jede „Pro Choice“-Anhängerin verstehen, die in der Mordbehauptung vor allem eine Kriegserklärung sieht.

Einer Haltung „Pro Choice“ liegt normalerweise im weitesten Sinne eine sehr hohe Wertschätzung für das Selbstbestimmungsrecht vor allem von Frauen zugrunde, und im Zusammenhang damit eine starke Abneigung gegen ungerechte Benachteiligungen von Frauen, die noch bis vor ganz kurzer Zeit völlig normal gewesen sind. Wir brauchen jetzt nicht darüber zu streiten, ob der Gleichberechtigungsfortschritt der, sagen wir, jüngsten 150 Jahre nur sehr groß oder sogar groß genug gewesen ist. Jedenfalls gehörte zu den ungerechten Benachteiligungen der Vergangenheit, dass ein uneheliches Kind in der Regel das Problem seiner Mutter war; der Vater war meist nicht zu belangen. Man hört häufig von „gefallenen Mädchen“, noch weit ins 20. Jahrhundert hinein, und wenn ein solches Mädchen, erst verführt und dann verlassen, seiner Notlage durch eine Abtreibung zu entgehen versuchte, dann war das natürlich ein schreckliches Unrecht. Es war aber auch die Folge eines vorausgegangenen Unrechts, dessen Ahndung nicht vorgesehen war.

Wenn es eine Schwäche gibt, die gerade die Hardliner bei „Pro Choice“ UND „Pro Life“ gemeinsam haben, dann ist es die Annahme, bei der Entscheidung für eine Abtreibung sei die betroffene Schwangere grundsätzlich die Hauptverantwortliche. Dabei braucht man sich gar nicht allzu sehr anzustrengen um herauszufinden, dass es anders ist: So gut wie nie ist ein Schwangerschaftsabbruch identisch mit dem kaltblütigen Mord einer egoistischen Frau an ihrem eigenen Kind. So gut wie immer ist ein Schwangerschaftsabbruch die Folge einer Notlage, und sehr oft wird die betroffene Schwangere von ihrer Umgebung, namentlich vom Vater des Kindes, entweder im Stich gelassen oder gar unter Druck gesetzt. „Er will das Baby nicht“ dürfte die häufigste Begründung in Beratungsgesprächen bei Organisationen wie 1000plus sein. Folgerichtig spricht Kristijan Aufiero, der Leiter von 1000plus, denn auch überhaupt nicht von Mord, sondern von „unterlassener Hilfeleistung in über 100.000 Fällen pro Jahr.“

Zwischen Menschen wie mir und Menschen, die zu meiner Fassungslosigkeit (umso mehr, wenn es kluge Menschen sind) ein Recht auf Abtreibung fordern, gibt es deshalb tatsächlich eine Schnittmenge, einen common ground. Er besteht in der Forderung, dass keine Frau einer Abtreibung zustimmen muss, die das nicht wirklich selber will. Beide “Pro Choice” und “Pro Life”, können ohne Verrat an ihren Überzeugungen für den Ausbau einer Beratung eintreten, die weit mehr leistet als Straffreiheit zu sichern – einer Beratung, die in Ruhe auf die Situation der Betroffenen eingeht und nicht wertet, dafür aber konkret hilft.

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Frauensache

Caroline Stollmeier am 24. Januar 2017

Am vergangenen Wochenende wurde innenstadtnah in Bochum die Villa Vie eröffnet. Tirza Schmidt, Initiatorin, Betreiberin und Herz der Villa Vie hat eine offene Tür für „Antworten auf Fragen, die jeder hat, aber keiner stellt“. Ganz konkret bietet sie Seminare und individuelle Beratung zu verschiedenen Themen rund um den weiblichen Zyklus und alle möglichen Verhütungsmethoden an. Dazu gibt es guten Kaffee und bei Bedarf auch Kinderbetreuung.

Aber auch noch aus ganz anderen Gründen kann man in die Villa Vie kommen. Tirza Schmidt liegt es ganz besonders am Herzen für Frauen da zu sein, die eine Abtreibung erlebt haben oder unmittelbar mit Abtreibungen zu tun haben.

Manchmal kommt es vor, dass betroffene Frauen sich erst oder noch Jahre später fragen, ob sie damals die richtige Entscheidung getroffen haben. Oder es gab eine schwere Diagnose beim Ungeborenen, die plötzlich alles aus der Bahn geworfen hat. Oder Angehörige medizinischer Berufe spüren, dass der tägliche Umgang mit Frauen, die abtreiben, sie sehr viel Kraft kostet… Alle, die sich in diesen oder ähnlichen Situationen wiederfinden, haben jetzt bei Tirza Schmidt und in der Villa Vie einen Treffpunkt, an dem sie einfach sein dürfen – ohne Vorwürfe oder (Vor-) Verurteilungen.

Tirza Schmidt ist für diesen Dienst am Menschen gut ausgebildet, unter anderem als Hebamme, Familienhebamme und Psychotherapeutin. Außerdem kann sie auf ein breites Spektrum beruflicher Vorerfahrung zurückgreifen, beispielsweise in einem Frauenhaus und in der Schwangerenkonfliktberatung.

Sie selber sagt: „Menschen in besonderen Lebenssituationen zu begleiten ist kein Traumjob – es ist ein Privileg.“ Und mit diesem Selbstverständnis, ihrer Liebe für andere Menschen, einer gehörigen Portion Schaffenskraft und Gottes Segen ist Tirza Schmidt ihrem Traum gefolgt und wird von jetzt an die Welt von Bochum aus noch ein bisschen besser machen.

 

Treffpunkt Villa Vie (Foto: C. Stollmeier)

 

Und wer mehr wissen möchte oder den direkten Kontakt sucht, kann die Villa Vie hier auch online besuchen.

 

Tirza Schmidt (Foto: C. Stollmeier)

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1000plus mal Weihnachten

Caroline Stollmeier am 23. Dezember 2016

Unzählige Kinder werden in diesem Jahr zum ersten Mal Weihnachten feiern, weil ihre Mütter sich im Konflikt der Beratung und Hilfe von Pro Femina e.V. / 1000plus anvertraut haben, durch die sie zu einer echten Entscheidung für ihr Kind ermutigt und befähigt wurden.

1000plus mal Weihnachten heißt:

->1000plus mal die Chance auf schöne neue Traditionen (hier)

-> 1000plus mal die Chance auf bisher unentdeckte Erfolgsrezepte (hier)

-> 1000plus mal die Chance auf Worte, die zu Herzen gehen (hier)

Danke an alle, die 1000plus mal Weihnachten möglich gemacht haben – vor allem natürlich den wundervollen, mutigen Mamas! Ihr seid die Besten!

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So etwas bekommt man nicht alle Tage

Caroline Stollmeier am 23. Dezember 2016

Oder: Welcher Weihnachtskarten-Typ bist Du?

„5x lieben Dank für eure alljährliche tolle Weihnachtskarte, diesmal sogar mit Überraschung…!!! Wir haben uns riesig gefreut, so etwas bekommt man ja nicht alle Tage… Schon gar nicht heutzutage. Euch wünschen wir natürlich auch ganz schöne und fröhliche Feiertage und hoffen, dass wir bald vielleicht doch `mal wieder ein Treffen zustande bekommen…“ Das und noch mehr Liebes stand in der Weihnachtskarte, die wir von langjährigen Freunden bekommen haben. Und als ich das gelesen habe, ist mir wieder neu klargeworden, wie Recht sie damit haben: so etwas bekommt man nicht alle Tag, vor allem nicht heutzutage.

Unsere ganze Familie liebt Weihnachtskarten! Wir freuen uns nicht nur über jede einzelne, die wir bekommen, sondern es macht uns auch große Freude, zahlreiche Karten selber zu schreiben. Und bei allem, was im Advent sonst zu tun ist, finden wir immer die Zeit, unsere Karten und Überraschungen vorzubereiten und mehr oder weniger rechtzeitig vor Weihnachten zu verschicken oder zu verteilen.

Wir finden es auch bedauerlich, dass es uns nicht gelingt, unsere Lieben so oft zu sehen, wie wir gerne möchten. Aber trotzdem sind sie irgendwie immer bei uns. Und mindestens zu Weihnachten wollen wir das gerne auch mal wieder sagen oder besser gesagt: schreiben. In jeder Weihnachtskarte steckt deshalb auch ein kleines Stückchen unserer Herzen.

Wir wissen, dass es unter unseren Freunden manche gibt, die „aus Prinzip“ keine Weihnachtskarten schreiben. Das macht nichts. Wir wissen, dass es unter unseren Freunden manche gibt, die es einfach nicht schaffen Weihnachtskarten zu schreiben. Das macht auch nichts. Wir freuen uns einfach, dass noch nie jemand unsere Weihnachtskarten „abbestellt“ hat, sondern jeder sich einfach freut.

Genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – auch wenn es kitschig klingt: nur die Liebe zählt. Und Liebe ist kein Geben und Nehmen, sondern ein Geschenk. Das gilt zwar nicht nur für Weihnachten, sondern immer, aber in diesen Tagen ganz besonders.

Deshalb finde ich es auch so wunderbar, dass nicht zuletzt mit der Hilfe von 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder die Chance bekommen haben, selber heraus zu finden, was Weihnachten für sie bedeutet und beispielsweise auch, welcher Weihnachtskarten-Typ sie sind…

Und auch, wenn man mal nicht weiß, wie man sich ausdrücken soll, so ist doch eigentlich nur eins wichtig: dass die Liebe im Leben immer das letzte Wort hat. Heutzutage. Morgen. Und immer.

 

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In der Weihnachtsbäckerei

Caroline Stollmeier am 23. Dezember 2016

Oder: Welcher Plätzchen-Typ bist Du?

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Zugegeben, mir geht es schon ziemlich auf den Keks, wenn meine Kinder in Endlosschleife „In der Weihnachtsbäckerei“ singen. Obwohl sie von Jahr zu Jahr besser darin werden. Das vorbeifliegende Ei haben sie inzwischen sogar schon richtig gut drauf, ebenso wie das Bedauern über den verbrannten Teig…

Bei aller Verwunderung über Weihnachtsartikel im Spätsommer freue ich mich doch alle Jahre wieder, wenn ich die ersten Zimtsterne in den Supermarktregalen entdecke. Und bei allem, was es im Advent sonst zu tun gibt, backe ich auch gerne zwischendurch selber Weihnachtsplätzchen.

Mein absolutes Lieblingsrezept geht so: 300 g Mehl, 250 g Butter, 100 g Zucker, 100 g gemahlene Mandeln, 1 TL Zimt, 1 TL Kakao mit etwas Nelken und Kardamom gründlich verkneten, den Teil ruhen lassen, ausrollen und Plätzchen ausstechen. Meistens lässt sich der Teig sehr gut verarbeiten (wenn er nicht zu kalt geworden ist) und die Motive behalten auch beim Backen ihre Form. Anschließend verklebe ich noch jeweils zwei Kekse mit etwas Johannisbeergelee und streue Puderzucker drüber. Diese Plätzchen sehen nicht nur toll aus, sondern sie schmeckt auch super!

Ist alles Geschmacksache, ich weiß.

Aber genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – neben der eigentlichen Bedeutung versteht sich! Jede Familie hat ihre eigenen geheimen oder traditionellen oder einfach nur schnellen Plätzchen-Rezepte (oder weiß wo man die leckersten Kekse kaufen kann). Weihnachtsplätzchen braucht man nicht wirklich. Aber sie duften so herrlich. Und unsere Nase hat nun einmal das beste Gedächtnis. Egal, welcher Plätzchen-Typ man ist, vor Weihnachten wird man doch gerne mal zum niedlichen Krümmelmonster.

Ich finde es wunderbar, dass mit der Hilfe von 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder die Chance bekommen haben, ihre ganz eigenen Rezepte für eine gemeinsame Weihnachtszeit zu (er)finden. Vielleicht brennt mal was an. Und nicht immer gelingt alles perfekt. Aber es kommt doch auf das Wesentliche an, nämlich, dass die Liebe und das Leben das letzte Wort haben – nicht nur zu Weihnachten.

 

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Weihnachtsbaum des Grauens

Caroline Stollmeier am 22. Dezember 2016

Oder: Welcher Tannenbaum-Typ bist Du?

Ein besonderer Freund von mir flippt beim Thema „O Tannenbaum“ förmlich aus. Und das, obwohl er inzwischen – und jetzt muss ich aufpassen, dass ich nichts Unfeierliches sage – gereiften Alters ist. Beim kleinsten Weihnachtsbaum packt ihn das kalte Grauen. Und letztens hat er mir endlich einmal erklärt, warum das so ist…

In seiner Familie gab es früher eine bestimmte Tradition, die ihm die Freude am Immergrünen gänzlich verdorben hat: die Männer der Familie schmückten an jedem 24. Dezember den Baum – und tranken zu jeder aufgehängten Kugel einen Schnaps. Man kann sich also leicht vorstellen, wie der weitere Verlauf war: der Heiligabend uferte in Streit und Schlimmerem aus. In jedem Jahr seiner Kindheit. Und auch noch danach.

Solche „Traditionen“ waren mir bis vor kurzem unbekannt. Gott sei Dank. Aber auch ich stehe dem Thema „Weihnachtsbaum“ ziemlich zwiegespalten gegenüber. Einerseits finde ich geschmückte Tannenbäume (meistens) schön und sie gehören zum Weihnachtsfest irgendwie dazu. Andererseits tun mir die unzähligen Tannenbäume leid, die in jedem Jahr für die kurze Freude „dran glauben müssen“ und nach wenigen Tagen achtlos auf die Straße geworfen werden.

Ich bin nicht so sehr geprägt vom Schnaps, dafür aber um so mehr vom Märchen „Der Tannenbaum“ von H. C. Andersen, in dem es um einen kleinen Tannenbaum geht, der jahrelang vom Weihnachtsfest und von den Menschen träumt, bis er eines Tages endlich in der Stube glänzen darf, aber nach wenigen Tagen entsorgt und vergessen wird. Und mit seinen letzten sehnsuchtsvollen Gedanken wünscht er sich nur noch zurück in seinen Wald, um wieder sein sorgenfreies Leben zu genießen. Das ist natürlich nicht mehr möglich…

Für dieses Dilemma gibt es in unserer Familie allerdings schon seit Jahrzehnten eine annehmbare Lösung: wir verwenden einfach einen künstlichen Tannenbaum, der allerlei Vorteile bietet. Vor allem den, den unsere Kinder schon früh herausgefunden haben: der Weihnachtsbaum ist quasi allzeit bereit und kann ohne größere Vorbereitungen auch schon ein paar Tage vor dem Heiligen Abend aufgestellt werden – und vorfreudige Stimmung verbreiten.

Geschmackssache, ich weiß.

Aber genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – neben der eigentlichen Bedeutung versteht sich! Jeder – egal, welche guten oder vielleicht auch nicht so guten Erfahrungen er bisher mit dem Fest gemacht hat, hat die Chance es (noch) besser zu machen. In der Besinnung auf das Wesentliche ist es in jeder Familie, in jedem Jahr aufs Neue möglich, Weihnachten zu einem Fest der Liebe zu machen. Unsere Erfahrungen prägen unsere Vergangenheit, aber wir können entscheiden, ob sie unsere Zukunft bestimmen.

Weihnachten gibt jedem Menschen, jeder Familie immer wieder die Chance, neu anzufangen und sich für alles zu entscheiden, was er oder sie gerne (sein) möchten. Beispielsweise auch, welcher Tannenbaum-Typ man ist.

Wie wunderbar, dass durch 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder genau diese Erfahrung ermöglicht wurde. Damit die Liebe das letzte Wort hat und Weihnachten auch für sie das Fest des Lebens wird:

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Wie in einer Todeszelle

Caroline Stollmeier am 14. Dezember 2016

„Vielen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft. Ich hatte heute einen Abtreibungstermin und bin auch dort erschienen. Jedoch als ich die wartenden Frauen im Wartezimmer gesehen habe, fühlte ich mich wie in einer Todeszelle. Ich bin wieder gegangen und hab mich für das Kind entschieden. Nochmals vielen Dank!“

Diese unglaubliche Nachricht hat heute eine meiner Kolleginnen, eine Beraterin von Pro Femina, bekommen. Obwohl sie jeden Tag mit verzweifelten Schwangeren zu tun hat, sind es diese Nachrichten, die sie – und uns alle – zutiefst bewegen, unsere Herzen überströmen und in Jubel ausbrechen lassen, die uns aber gleichzeitig schockieren.

„Wie in einer Todeszelle“ hat sich die junge Frau noch vor wenigen Stunden gefühlt. Aber sie hat die Kraft, den Mut und die Stärke gefunden, um das Wartezimmer zu verlassen – mit ihrem Kind. Wie viele der anderen Frauen, die dort saßen, konnten das nicht? Wie viele von ihnen waren so verzweifelt, geängstigt und unter Druck, dass sie keinen Ausweg gesehen haben, als eine Abtreibung? Heute. Vor wenigen Stunden. Gerade jetzt? Wir beten für diese Frauen – und sind unendlich traurig.

Jede Frau und alle Kinder, die vor einer Abtreibung bewahrt werden können, sind jede unserer Anstrengungen wert. Es kann so viel Leid auslösen, wenn eine ungeplante Schwangerschaft entdeckt wird oder alles nicht so läuft, wie erhofft. Vor allem für die Mutter. Aber gleichzeitig gibt es so viele Wege zu helfen. Wenn man sich dazu entschließt nicht wegzusehen, diese Frauen in ihrer Not alleine zu lassen und sie vielleicht sogar ver(vor)urteilt, sondern stattdessen ansprechbar ist und seine bedingungslose Unterstützung anbietet.

Wenn eine Frau sich für eine Abtreibung „entscheidet“, dann geschieht das meistens nicht frei und unbeeinflusst. Aus unserer Beratung wissen wir, dass die meisten Frauen einem enormen Druck durch ihren Partner oder ihr Umfeld ausgesetzt sind. Sie sind geschockt von der ungeplanten Schwangerschaft und sehen im ersten Moment keine Perspektive für ein Leben mit ihrem Kind. Aber immer wieder stellt sich heraus, dass nicht das Kind das „Problem“ ist, sondern die Lebensumstände der Schwangeren.

Keine Frau wünscht sich eine Abtreibung. Aber mehr als 100.000 Frauen pro Jahr sehen keinen anderen Ausweg. Sie müssen von da an mit dem Wissen leben, dass sie ein Kind hatten, das nicht mehr da ist. Und es wird nie wieder so sein, als hätte es dieses Kind nicht gegeben. Wie furchtbar ist es, damit leben zu müssen, dass man nicht stark genug war, um für sein Kind zu kämpfen? Und wie sehr brauchen gerade diese Frauen unsere Liebe und unser Gebet.

Was ist das für eine Gesellschaft, die schweigt, wenn unzählige Frauen jährlich durch eine Abtreibung zutiefst verletzt und erschüttert werden? Was sind das für Menschen, die einer verzweifelten Frau sogar noch zuraten durch diese „Todeszelle“ zu gehen, in der sie immer auch einen Teil von sich selbst zu verlieren? Wer eine Schwangere „neutral“ alleine lässt, ist kein Freund. Er nimmt ihr die Chance mit der guten Gewissheit aus der Krise gestärkt hervor zu gehen: „Ich habe mich für mein Kind entschieden. Vielen Dank“ – und nie mit Reue zurück blicken zu müssen.

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