Hilfe ist nicht politisch!

In der morgigen Ausgabe der „Tagespost“ erscheint ein Gastkommentar von Kristijan Aufiero, Initiator und Leiter von 1000plus („Hilfe statt Abtreibung“), in dem er Stellung zur aktuellen Diskussionen rund um die tatsächliche Anzahl von Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland nimmt. Auch wir haben uns bereits in der Vergangenheit mit den „Todesstatistiken“ auseinandergesetzt.

Neu ist in diesen Tagen allerdings, dass die Kritik an den offiziellen Abtreibungszahlen (die regelmäßig gemeldeten etwa 100.000 sollen womöglich nur ein Drittel der wahren Anzahl sein) nicht von den „üblichen Verdächtigen“ geäußert wurde, sondern vom Betreiber zweier österreichischer Abtreibungskliniken, der im focus online zu Wort kommt.

So gerne wir glauben würden, dass die Zahl der Abtreibungen sinkt – nicht zuletzt natürlich auch durch das unermüdliche Engagement von 1000plus – so realistisch ist es doch, dass die Statistik-Kritiker Recht haben.

„Es besteht leider ein offensichtlicher politischer Unwille, die tatsächlichen Zahlen dieses traurigen Massenphänomens genauer zu eruieren“, schreibt Aufiero. Und weiter führt er aus: „Bei 1000plus beraten wir derzeit weit über 3.500 Schwangere im Jahr. Keine einzige hält die Abtreibung ihres ungeborenen Kindes für eine moralisch gute oder richtige Lösung. Alle benennen äußere Umstände als Ursachen für ihren Konflikt. Es sind umfassende Information, lösungsorientierte Beratung und konkrete individuelle Hilfe, die aus der Perspektive der Frau verantwortungsbewusste Entscheidungen für das Leben möglich machen.“

Die aktuelle Debatte ist in erster Linie politisch. Aber wer in dem Thema „Schwangerschaftsabbrüche“ vorrangig ein politisches sieht, greift mindestens zu kurz, wenn er nicht sogar völlig auf der falschen Fährte ist. Eine ungeplante Schwangerschaft ist kein politisches Problem, sondern in unzähligen Fällen eine existenzielle Notlage für die betroffene Frau – und natürlich auch für ihr Kind oder ihre Familie.

Zahlen von 100.000 oder gar 300.000 Abtreibungen pro Jahr sind so unvorstellbar groß, dass man leicht aus den Augen verlieren kann, dass es sich dabei um ebenso viele einzelne Frauen handelt, die vor der vielleicht schwierigsten Entscheidung ihres Lebens stehen. Jede von ihnen braucht und verdient die bestmögliche Beratung und Hilfe – bei der nur sie ganz alleine im Mittelpunkt steht – damit sie wirklich frei ist für eine Entscheidung, die sie über sich selbst hinauswachsen und auch noch nach Jahren stolz zurückblicken lässt.

Und wer findet, dass es in unserem Land zu viele Abtreibungen und zu wenig Hilfe für Schwangere in Not gibt, kann ganz persönlich (und übrigens völlig unpolitisch) etwas daran ändern – beispielsweise mit seinem Einsatz für 1000plus.

In eigener Sache: Neuer WhatsApp-Service für unsere Eisvogel-Leser

Liebe Leserinnen und Leser des Eisvogels,

gerade diejenigen von Ihnen, die uns schon länger folgen, können ein Lied davon singen, dass der Eisvogel alles andere als regelmäßig von sich hören bzw. lesen lässt… So sehr wir uns auch wünschten, das wäre anders, so sehr müssen wir doch der Realität unseres (meistens) turbulenten Familienalltags ins Auge blicken und feststellen: So ist es nun einmal. 😉

Damit Sie aber weder andauernd vergeblich auf unsere Seite kommen müssen – und wer macht das schon? – noch neue Artikel verpassen, die Sie vielleicht interessiert hätten, haben wir uns einen neuen Service für Sie ausgedacht: Von nun an können Sie sich jedes Mal darüber informieren lassen, wenn es etwas Neues vom Eisvogel gibt – ganz einfach und direkt per WhatsApp-Nachricht auf Ihr Mobiltelefon.

Alles, was Sie dafür tun müssen, ist uns auf einem Weg Ihrer Wahl Ihre Mobilnummer mitzuteilen. Sie erreichen uns beispielsweise über die im im Eisvogel-Impressum angegebenen Kontaktmöglichkeiten oder mit einer persönlichen Nachricht über Facebook. Selbstverständlich werden wir Ihre Rufnummer nicht an Dritte weitergeben!

Wir freuen uns über einen noch „heißeren“ Draht zu Ihnen!

 

Herzliche Grüße aus der Redaktion!

Caroline & Harald Stollmeier

Der heilige Josef als Erzieher

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihrem zwölfjährigen Kind in Rom. Bei der Heimreise, auf dem Weg zum Flughafen ist Ihr Kind bei Freunden in der Pilgergruppe. Aber beim Check-in ist es weg. Sie verpassen das Flugzeug und suchen Ihr Kind überall. Am Abend verschwitzt und verzweifelt, gehen Sie zum Petrusgrab, um dort zu beten. Und wer plaudert vor dem vatikanischen Postamt angeregt mit zwei Bischöfen? Richtig: Ihr altkluger Adoptivsohn. Von Ihrer Frau zur Rede gestellt, teilt er Ihnen beiden mit, es sei doch klar gewesen, dass er im Haus seines Vaters habe sein müssen.

Im Lukasevangelium (2, 41-52) steht eine ähnliche Geschichte, ergänzt um die dürren Worte, Jesus sei mit Maria und Josef heimgekehrt und ihnen gehorsam gewesen. Die Information, dass Maria dieses Ereignis in ihrem Herzen bewahrte, ist die Quellenangabe – Lukas kann ja die Geschichten über Geburt und Kindheit Jesu, wenn er sie nicht erfunden hat, nur von Maria selber haben.

Wie würden Sie Ihrem altklugen (Adoptiv-) Sohn begreiflich machen, das sein Verhalten unangebracht war? Falls Sie nicht vorhaben, einfach vor ihm auf die Knie zu fallen und ihn zu preisen, was in den meisten Erziehungssituationen wenig adäquat wäre. Ich selbst sähe mich in meiner eigenen Vaterrolle dazu nicht in der Lage. Dennoch hatte der Beichtvater recht, der mir vor kurzem riet, bei Stress mit meinen Kindern in ihnen das Jesuskind zu sehen und mein Verhalten ihnen gegenüber daran auszurichten. Wie leicht ist man doch zu unfreundlich oder gar zu grob!

Der heilige Josef, ein gerechter und besonnener Mann, der noch dazu wusste, dass es mit seinem Adoptivsohn eine göttliche Bewandtnis hatte, wird wohl eher nicht daran gedacht haben, den Zwölfjährigen an den Ohren aus dem Tempel zu ziehen. Andererseits schreibt Lukas, das Jesus fortan gehorsam gewesen sei: Von diesem Zeitpunkt an verschwindet er für geschlagene achtzehn Jahre aus der Öffentlichkeit, und eingesperrt hat der heilige Josef ihn wohl nicht. Wie hat er das also erreicht?

Zu Beginn seines öffentlichen Wirkens nimmt Jesus an einer Hochzeit teil, der Wein ist ausgegangen, und Maria bittet ihren Sohn um Hilfe; jedenfalls versteht er sie so, und er weist sie zurück. Mit der Aussage: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ (Johannes 2,4). Wenige Minuten später sieht er das anders und sorgt für erstklassigen Wein im Überfluss.

Wahrscheinlich ist der Wortlaut der Reaktion Jesu ein achtzehn Jahre altes Echo des heiligen Josef. Dieser wird seinem Adoptivsohn seinerzeit die Eingangsverse aus dem dritten Kapitel des Buches Kohelet/Prediger vorgetragen haben: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine Zeit.“ Der Anerkennung des göttlichen Auftrags Jesu hätte Josef jedenfalls seinen eigenen göttlichen Auftrag gegenüberstellen können und die Überzeugung, dass dieser noch nicht erfüllt war: „Deine Stunde ist noch nicht gekommen.“

Was auch immer der göttliche Auftrag meiner Kinder ist – mein eigener lautet ziemlich sicher, sie zu schützen und dazu beizutragen, dass ihre Weisheit zunimmt und sie Gefallen finden bei Gott und den Menschen (Lukas 2, 52).

Bullshit-Bingo

„Fakt ist, du hast ein scheiß Leben, wenn du ein zu gutes Herz hast.“ Diesen Spruch hat gerade einer meiner Facebook-Freunde „geteilt“ und er wird fleißig „geliket“.

Ich weiß ja nicht, wie Ihr mit der Fülle von (Lebens-) Weisheiten umgeht, die die sozialen Medien seit geraumer Zeit fluten. Ich jedenfalls lese sie meistens (sie sind ja auch aufgrund von Schriftgröße und Farben kaum zu übersehen), like oder kommentiere fast nie, aber bleibe jedes Mal gedanklich einen kurzen Augenblick bei meiner Freundin oder meinem Freund hängen, der das gepostet hat. Klar, manche zählen zu den „üblichen Verdächtigen“, die sich einfach nur über Zustimmung freuen. Aber bei Manchen steckt doch mehr dahinter.

Ich frage mich, wann ist ein solcher Spruch – zumal wenn er Wut, Trauer, Enttäuschung beinhaltet – mehr als nur ein Zeitvertreib? Was steckt wirklich dahinter?

Nun, tatsächlich weiß ich nicht, was meinen Bekannten dazu bewogen hat, heute Morgen diesen Spruch zu unterschreiben. Aber zu dem Spruch selber fällt mir spontan eine Menge ein…

Das Erste ist: Bullshit! – Der Spruch stimmt einfach nicht.

Wollte ich provozieren, dann würde ich vielleicht entgegenhalten: ist dein Leben „scheiße“, ist dein Herz vielleicht einfach noch nicht gut genug!

Aber wer provoziert, dem hört am Ende keiner mehr zu. Also lassen wir das. Ist ja auch nicht nett.

Was ist denn ein gutes Herz?

Ein gutes Herz zu haben bedeutet nicht, sich andauernd ausnutzen zu lassen. Es bedeutet nicht, immer wieder die gleichen Fehler zu machen. Es bedeutet nicht, Anderen ihre Pflichten und Aufgaben abzunehmen, die sie eigentlich selber erfüllen müssten. Wer zu oft versucht die Problem Anderer zu lösen, kann allzu leicht zum Teil genau dieses Problems werden, indem er sie in ihrer Untätigkeit und Abhängigkeit letztlich noch unterstützt. Freundschaften und Beziehungen zerbrechen. Und am Ende ist man selber enttäuscht, unzufrieden und zutiefst verletzt.

Ich glaube, in dieser Hinsicht sind viele Menschen gehörig auf dem Holzweg. Vielleicht auch der ursprüngliche Autor dieser „Fakten“ da oben?

Ein gutes Herz ist großzügig, geradezu verschwenderisch mit Aufmerksamkeit, Fürsorge, Freundschaft, Zeit, Geschenken, Liebe, allem Guten eben – und vor allem: Verzeihen. Ein gutes Herz weiß sich selber zu schützen und kennt die unerschöpfliche Quelle von Stärke und Ermutigung.

Fakt ist, es läuft eben nicht immer alles nach unserem Plan. Und Menschen können verletzen und verletzt werden. Man kann krank werden. Oder es kann etwas Anderes gehörig aus dem Ruder laufen. Aber sein ganzes Leben „scheiße“ findet nur derjenige, der verlernt hat, das Gute zu sehen. Doch das kann man immer wieder neu lernen. Es ist eine Entscheidung. Und dafür kann ein Herz gar nicht „zu gut“ sein.

Ich wünsche meinem Facebook-Freund und allen, die diesem Spruch da oben zustimmen, dass sie herausfinden, wie sie ihr Herz besser schützen können. Das heißt nicht hart machen oder undurchlässig. Aber das, was Ihr in Euer Herz rein lasst, macht etwas darin. Beobachtet das. Und lasst es nicht einfach geschehen. Manchmal muss man tatsächlich „nein“ sagen – zu Menschen, zu Filmen, zu Hobbys, zu Situationen – weil einfach nichts Gutes daraus hervorgeht. Weder für einen selber, noch für alle anderen Beteiligten.

Euer Herz ist das Schönste und das Wertvollste, das Ihr habt. Zweifelt nicht ausgerechnet daran. Wenn Ihr so lebt, wie Ihr Euch wünschen würdet, dass es jeder andere genauso täte, dann ändert Ihr die Welt nicht von heute auf morgen. Aber Ihr strahlt. Das beste Leben hat man, wenn man selber spürt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Zwischen Mord und Menschenrecht: Auf der Suche nach Schnittmengen in der Abtreibungsdebatte

Abtreibungsdebatten eskalieren schnell. Bei kaum einem anderen Thema wird die jeweils andere Seite so schnell als böse wahrgenommen. Kein Wunder: Wenn der eine als Menschenrecht fordert, was der andere einen Mord nennt, wie soll da eine Schnittmenge existieren? Gibt es nennenswerte gemeinsame Ziele, auf die sich „Pro Life“ und „Pro Choice“ einigen könnten?

Bei einer Abtreibung wird ein unschuldiger Mensch getötet. Das ist immer ein moralisches Übel, selbst wenn es einmal das kleinere Übel sein sollte. Und auf ein Übel kann es keinen Rechtsanspruch geben. Viele der Reflektierteren unter den Anhängern eines „Rechts auf Abtreibung“ definieren deshalb entweder die Geburt als entscheidende ethische Grenze, vor deren Überschreiten man keine, nach deren Überschreiten man alle Rechte hat, oder sie bestreiten mit der Leidensfähigkeit von Embryonen und Föten auch deren Recht auf Unversehrtheit; manche Vertreter der zweiten Richtung gehen so weit zu erklären, dass auch nach der Geburt eine Tötung nicht tabu sein dürfe.

Das alles kommt für mich nicht in Frage; für mich ist das ungeborene Kind ab dem Vorliegen des doppelten Chromosomensatzes ein Mensch mit dem elementaren Recht, nicht getötet zu werden. Ich werde eher sterben, als ein „Recht auf Abtreibung“ anzuerkennen.

Muss ich mich deswegen aber auch zu der kategorischen Aussage „Abtreibung ist Mord!“ bekennen? Das ist nicht belanglos; unter Lebensrechtlern gilt diese Feststellung weithin als Selbstverständlichkeit. Ich will das aber nicht mehr sagen. Weniger wegen der juristischen Einordnung, obwohl ich sicher bin, dass diese nur im Ausnahmefall zutrifft. Sondern vor allem wegen des mitschwingenden Urteils, jede Schwangere, die ihr ungeborenes Kind töten lasse, sei im Grunde eine Mörderin. Da waren wir schon mal, dahin will ich nicht zurück, und ich kann jede „Pro Choice“-Anhängerin verstehen, die in der Mordbehauptung vor allem eine Kriegserklärung sieht.

Einer Haltung „Pro Choice“ liegt normalerweise im weitesten Sinne eine sehr hohe Wertschätzung für das Selbstbestimmungsrecht vor allem von Frauen zugrunde, und im Zusammenhang damit eine starke Abneigung gegen ungerechte Benachteiligungen von Frauen, die noch bis vor ganz kurzer Zeit völlig normal gewesen sind. Wir brauchen jetzt nicht darüber zu streiten, ob der Gleichberechtigungsfortschritt der, sagen wir, jüngsten 150 Jahre nur sehr groß oder sogar groß genug gewesen ist. Jedenfalls gehörte zu den ungerechten Benachteiligungen der Vergangenheit, dass ein uneheliches Kind in der Regel das Problem seiner Mutter war; der Vater war meist nicht zu belangen. Man hört häufig von „gefallenen Mädchen“, noch weit ins 20. Jahrhundert hinein, und wenn ein solches Mädchen, erst verführt und dann verlassen, seiner Notlage durch eine Abtreibung zu entgehen versuchte, dann war das natürlich ein schreckliches Unrecht. Es war aber auch die Folge eines vorausgegangenen Unrechts, dessen Ahndung nicht vorgesehen war.

Wenn es eine Schwäche gibt, die gerade die Hardliner bei „Pro Choice“ UND „Pro Life“ gemeinsam haben, dann ist es die Annahme, bei der Entscheidung für eine Abtreibung sei die betroffene Schwangere grundsätzlich die Hauptverantwortliche. Dabei braucht man sich gar nicht allzu sehr anzustrengen um herauszufinden, dass es anders ist: So gut wie nie ist ein Schwangerschaftsabbruch identisch mit dem kaltblütigen Mord einer egoistischen Frau an ihrem eigenen Kind. So gut wie immer ist ein Schwangerschaftsabbruch die Folge einer Notlage, und sehr oft wird die betroffene Schwangere von ihrer Umgebung, namentlich vom Vater des Kindes, entweder im Stich gelassen oder gar unter Druck gesetzt. „Er will das Baby nicht“ dürfte die häufigste Begründung in Beratungsgesprächen bei Organisationen wie 1000plus sein. Folgerichtig spricht Kristijan Aufiero, der Leiter von 1000plus, denn auch überhaupt nicht von Mord, sondern von „unterlassener Hilfeleistung in über 100.000 Fällen pro Jahr.“

Zwischen Menschen wie mir und Menschen, die zu meiner Fassungslosigkeit (umso mehr, wenn es kluge Menschen sind) ein Recht auf Abtreibung fordern, gibt es deshalb tatsächlich eine Schnittmenge, einen common ground. Er besteht in der Forderung, dass keine Frau einer Abtreibung zustimmen muss, die das nicht wirklich selber will. Beide „Pro Choice“ und „Pro Life“, können ohne Verrat an ihren Überzeugungen für den Ausbau einer Beratung eintreten, die weit mehr leistet als Straffreiheit zu sichern – einer Beratung, die in Ruhe auf die Situation der Betroffenen eingeht und nicht wertet, dafür aber konkret hilft.

Frauensache

Am vergangenen Wochenende wurde innenstadtnah in Bochum die Villa Vie eröffnet. Tirza Schmidt, Initiatorin, Betreiberin und Herz der Villa Vie hat eine offene Tür für „Antworten auf Fragen, die jeder hat, aber keiner stellt“. Ganz konkret bietet sie Seminare und individuelle Beratung zu verschiedenen Themen rund um den weiblichen Zyklus und alle möglichen Verhütungsmethoden an. Dazu gibt es guten Kaffee und bei Bedarf auch Kinderbetreuung.

Aber auch noch aus ganz anderen Gründen kann man in die Villa Vie kommen. Tirza Schmidt liegt es ganz besonders am Herzen für Frauen da zu sein, die eine Abtreibung erlebt haben oder unmittelbar mit Abtreibungen zu tun haben.

Manchmal kommt es vor, dass betroffene Frauen sich erst oder noch Jahre später fragen, ob sie damals die richtige Entscheidung getroffen haben. Oder es gab eine schwere Diagnose beim Ungeborenen, die plötzlich alles aus der Bahn geworfen hat. Oder Angehörige medizinischer Berufe spüren, dass der tägliche Umgang mit Frauen, die abtreiben, sie sehr viel Kraft kostet… Alle, die sich in diesen oder ähnlichen Situationen wiederfinden, haben jetzt bei Tirza Schmidt und in der Villa Vie einen Treffpunkt, an dem sie einfach sein dürfen – ohne Vorwürfe oder (Vor-) Verurteilungen.

Tirza Schmidt ist für diesen Dienst am Menschen gut ausgebildet, unter anderem als Hebamme, Familienhebamme und Psychotherapeutin. Außerdem kann sie auf ein breites Spektrum beruflicher Vorerfahrung zurückgreifen, beispielsweise in einem Frauenhaus und in der Schwangerenkonfliktberatung.

Sie selber sagt: „Menschen in besonderen Lebenssituationen zu begleiten ist kein Traumjob – es ist ein Privileg.“ Und mit diesem Selbstverständnis, ihrer Liebe für andere Menschen, einer gehörigen Portion Schaffenskraft und Gottes Segen ist Tirza Schmidt ihrem Traum gefolgt und wird von jetzt an die Welt von Bochum aus noch ein bisschen besser machen.

 

Treffpunkt Villa Vie (Foto: C. Stollmeier)

 

Und wer mehr wissen möchte oder den direkten Kontakt sucht, kann die Villa Vie hier auch online besuchen.

 

Tirza Schmidt (Foto: C. Stollmeier)

In guten wie in schlechten Zeiten

Vorhin ist mir Gal 5,6 aufs Herz gelegt worden: „Es zählt nur der vertrauende Glaube, der sich in tätiger Liebe auswirkt.“ Genau heute vor einem Jahr bin ich einen großen Glaubensschritt gegangen, und deshalb hat dieser Satz heute eine ganz besondere Bedeutung für mich. Aber strahlt er nicht auch in Euer Leben?

In einem Alltag, in dem Glaube, Liebe und (gute) Taten im Mittelpunkt stehen, ist kaum noch Platz für Angst, Zweifel, Neid und miese Stimmung. Natürlich ist man mal müde, und man kann nicht immer gut drauf sein. Aber was gibt uns Kraft? Wofür machen wir das alles? Was zieht uns runter? Und was baut uns auf?

„Vertrauender Glaube“ – ist das nicht irgendwie doppeltgemoppelt?

Glaube ist Vertrauen.

Weil es zunächst keine „Beweise“ gibt. Weil man einen Vorschuss gibt, (vermeintlich) ohne eine vertragliche Gegenleistung. Und weil Glaube und Misstrauen sich einfach nicht vertragen.

Vertrauen ist Glaube.

Weil man Vertrauen nicht anfassen kann. Weil Vertrauen zwar die Hoffnung auf eine Erwiderung beinhaltet, aber keinen einklagbaren Anspruch. Und weil Vertrauen eine Zuversicht ist, die über die Vernunft hinausgeht.

„Vertrauender Glaube“ – die unumstößliche Gewissheit, dass es etwas, dass es jemanden gibt, der es gut mit einem meint, und mit dem im Team man die eigenen Geschicke besser lenken kann, als man alleine dazu in der Lage wäre. Auch wenn man manches alleine vielleicht ganz anders gemacht hätte…

Vertrauen beinhaltet auch, dass man manchmal akzeptiert, dass man nicht selber das letzte Wort hat. Vor allem aber auch, dass man sich nicht dagegen wehrt, dass ein Anderer einem Gutes tut.

Bestimmt ist jeder von uns – und nicht nur einmal – von Menschen schon zutiefst enttäuscht worden. Diese Enttäuschung wiegt noch schwerer, wenn es Menschen waren, denen man vertraut hat, die man für Freunde gehalten hat. Daraus lernt man. Manchmal lernt man aber eben auch zu viel: nämlich niemandem mehr zu vertrauen. Und damit letztlich auch seinen Glauben zu verlieren?

Einer hat uns allen versprochen, dass er immer nur das Beste für uns will. Und deshalb hat Er uns Sein Bestes geschenkt: Seinen eigenen Sohn. Sein Vertrauen in uns war und ist maßlos. Obwohl Er weiß, wie schwer es uns fällt, dem auch gerecht zu werden. Und dennoch vertraut Er uns und glaubt an uns.

In diesem Sinne ist Er in Vorleistung gegangen. Ist es da nicht das Mindeste, Vertrauen mit Vertrauen zu erwidern, Glaube mit Glauben zu begegnen?

Auch wenn wir nicht verstehen, was an einer Sache, einem Erlebnis, einer Begegnung gut sein soll, so dürfen wir doch vertrauen, dass etwas Gutes dahintersteckt. Und ist es nicht manchmal auch eine Befreiung, nicht alles verstehen zu müssen, sondern sich einfach nur bewahrt zu wissen?

Es ist die Liebe Gottes, die uns umfängt, uns schützt und segnet, uns aufrichtet und vorangehen lässt – wenn wir sie in unserem Leben zulassen. Und wenn wir nicht nur bereit sind sie anzunehmen und wirken zu lassen, sondern auch sie weiter zu geben und unsere Mitmenschen spüren zu lassen. Was wir verschenken, wird uns nicht fehlen. Das gilt für Zeit, Zuneigung aber auch für Geld und andere Dinge.

Wenn wir spüren, dass Gott uns einen Auftrag gibt, dass Er uns herausfordert, dass Er uns eine Chance gibt Sein Werk in dieser Welt fortzuführen, dann wird Er uns im Gegenzug auch Ressourcen, Fähigkeiten und Gleichgesinnte schenken, damit wir diesen Auftrag erfüllen können. Gott hat keinen Spaß daran uns scheitern oder aufgeben zu sehen. Er freut sich an unserer Freude am Gelingen und beflügelt uns.

Alles, was zählt ist der Glaube und eine Liebe, die sich in Taten äußert. Und daneben wird alles andere unwichtig, nebensächlich, austauschbar. Letztlich ist Glaube eine Entscheidung, die wie ein Wagnis daherkommt, aber die größte Chance von allen ist.

 

1000plus mal Weihnachten

Unzählige Kinder werden in diesem Jahr zum ersten Mal Weihnachten feiern, weil ihre Mütter sich im Konflikt der Beratung und Hilfe von Pro Femina e.V. / 1000plus anvertraut haben, durch die sie zu einer echten Entscheidung für ihr Kind ermutigt und befähigt wurden.

1000plus mal Weihnachten heißt:

->1000plus mal die Chance auf schöne neue Traditionen (hier)

-> 1000plus mal die Chance auf bisher unentdeckte Erfolgsrezepte (hier)

-> 1000plus mal die Chance auf Worte, die zu Herzen gehen (hier)

Danke an alle, die 1000plus mal Weihnachten möglich gemacht haben – vor allem natürlich den wundervollen, mutigen Mamas! Ihr seid die Besten!

So etwas bekommt man nicht alle Tage

Oder: Welcher Weihnachtskarten-Typ bist Du?

„5x lieben Dank für eure alljährliche tolle Weihnachtskarte, diesmal sogar mit Überraschung…!!! Wir haben uns riesig gefreut, so etwas bekommt man ja nicht alle Tage… Schon gar nicht heutzutage. Euch wünschen wir natürlich auch ganz schöne und fröhliche Feiertage und hoffen, dass wir bald vielleicht doch `mal wieder ein Treffen zustande bekommen…“ Das und noch mehr Liebes stand in der Weihnachtskarte, die wir von langjährigen Freunden bekommen haben. Und als ich das gelesen habe, ist mir wieder neu klargeworden, wie Recht sie damit haben: so etwas bekommt man nicht alle Tag, vor allem nicht heutzutage.

Unsere ganze Familie liebt Weihnachtskarten! Wir freuen uns nicht nur über jede einzelne, die wir bekommen, sondern es macht uns auch große Freude, zahlreiche Karten selber zu schreiben. Und bei allem, was im Advent sonst zu tun ist, finden wir immer die Zeit, unsere Karten und Überraschungen vorzubereiten und mehr oder weniger rechtzeitig vor Weihnachten zu verschicken oder zu verteilen.

Wir finden es auch bedauerlich, dass es uns nicht gelingt, unsere Lieben so oft zu sehen, wie wir gerne möchten. Aber trotzdem sind sie irgendwie immer bei uns. Und mindestens zu Weihnachten wollen wir das gerne auch mal wieder sagen oder besser gesagt: schreiben. In jeder Weihnachtskarte steckt deshalb auch ein kleines Stückchen unserer Herzen.

Wir wissen, dass es unter unseren Freunden manche gibt, die „aus Prinzip“ keine Weihnachtskarten schreiben. Das macht nichts. Wir wissen, dass es unter unseren Freunden manche gibt, die es einfach nicht schaffen Weihnachtskarten zu schreiben. Das macht auch nichts. Wir freuen uns einfach, dass noch nie jemand unsere Weihnachtskarten „abbestellt“ hat, sondern jeder sich einfach freut.

Genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – auch wenn es kitschig klingt: nur die Liebe zählt. Und Liebe ist kein Geben und Nehmen, sondern ein Geschenk. Das gilt zwar nicht nur für Weihnachten, sondern immer, aber in diesen Tagen ganz besonders.

Deshalb finde ich es auch so wunderbar, dass nicht zuletzt mit der Hilfe von 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder die Chance bekommen haben, selber heraus zu finden, was Weihnachten für sie bedeutet und beispielsweise auch, welcher Weihnachtskarten-Typ sie sind…

Und auch, wenn man mal nicht weiß, wie man sich ausdrücken soll, so ist doch eigentlich nur eins wichtig: dass die Liebe im Leben immer das letzte Wort hat. Heutzutage. Morgen. Und immer.

 

In der Weihnachtsbäckerei

Oder: Welcher Plätzchen-Typ bist Du?

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Zugegeben, mir geht es schon ziemlich auf den Keks, wenn meine Kinder in Endlosschleife „In der Weihnachtsbäckerei“ singen. Obwohl sie von Jahr zu Jahr besser darin werden. Das vorbeifliegende Ei haben sie inzwischen sogar schon richtig gut drauf, ebenso wie das Bedauern über den verbrannten Teig…

Bei aller Verwunderung über Weihnachtsartikel im Spätsommer freue ich mich doch alle Jahre wieder, wenn ich die ersten Zimtsterne in den Supermarktregalen entdecke. Und bei allem, was es im Advent sonst zu tun gibt, backe ich auch gerne zwischendurch selber Weihnachtsplätzchen.

Mein absolutes Lieblingsrezept geht so: 300 g Mehl, 250 g Butter, 100 g Zucker, 100 g gemahlene Mandeln, 1 TL Zimt, 1 TL Kakao mit etwas Nelken und Kardamom gründlich verkneten, den Teil ruhen lassen, ausrollen und Plätzchen ausstechen. Meistens lässt sich der Teig sehr gut verarbeiten (wenn er nicht zu kalt geworden ist) und die Motive behalten auch beim Backen ihre Form. Anschließend verklebe ich noch jeweils zwei Kekse mit etwas Johannisbeergelee und streue Puderzucker drüber. Diese Plätzchen sehen nicht nur toll aus, sondern sie schmeckt auch super!

Ist alles Geschmacksache, ich weiß.

Aber genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – neben der eigentlichen Bedeutung versteht sich! Jede Familie hat ihre eigenen geheimen oder traditionellen oder einfach nur schnellen Plätzchen-Rezepte (oder weiß wo man die leckersten Kekse kaufen kann). Weihnachtsplätzchen braucht man nicht wirklich. Aber sie duften so herrlich. Und unsere Nase hat nun einmal das beste Gedächtnis. Egal, welcher Plätzchen-Typ man ist, vor Weihnachten wird man doch gerne mal zum niedlichen Krümmelmonster.

Ich finde es wunderbar, dass mit der Hilfe von 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder die Chance bekommen haben, ihre ganz eigenen Rezepte für eine gemeinsame Weihnachtszeit zu (er)finden. Vielleicht brennt mal was an. Und nicht immer gelingt alles perfekt. Aber es kommt doch auf das Wesentliche an, nämlich, dass die Liebe und das Leben das letzte Wort haben – nicht nur zu Weihnachten.

 

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