Zwischen Mord und Menschenrecht: Auf der Suche nach Schnittmengen in der Abtreibungsdebatte

Harald Stollmeier am 25. Januar 2017

Abtreibungsdebatten eskalieren schnell. Bei kaum einem anderen Thema wird die jeweils andere Seite so schnell als böse wahrgenommen. Kein Wunder: Wenn der eine als Menschenrecht fordert, was der andere einen Mord nennt, wie soll da eine Schnittmenge existieren? Gibt es nennenswerte gemeinsame Ziele, auf die sich „Pro Life“ und „Pro Choice“ einigen könnten?

Bei einer Abtreibung wird ein unschuldiger Mensch getötet. Das ist immer ein moralisches Übel, selbst wenn es einmal das kleinere Übel sein sollte. Und auf ein Übel kann es keinen Rechtsanspruch geben. Viele der Reflektierteren unter den Anhängern eines „Rechts auf Abtreibung“ definieren deshalb entweder die Geburt als entscheidende ethische Grenze, vor deren Überschreiten man keine, nach deren Überschreiten man alle Rechte hat, oder sie bestreiten mit der Leidensfähigkeit von Embryonen und Föten auch deren Recht auf Unversehrtheit; manche Vertreter der zweiten Richtung gehen so weit zu erklären, dass auch nach der Geburt eine Tötung nicht tabu sein dürfe.

Das alles kommt für mich nicht in Frage; für mich ist das ungeborene Kind ab dem Vorliegen des doppelten Chromosomensatzes ein Mensch mit dem elementaren Recht, nicht getötet zu werden. Ich werde eher sterben, als ein „Recht auf Abtreibung“ anzuerkennen.

Muss ich mich deswegen aber auch zu der kategorischen Aussage „Abtreibung ist Mord!“ bekennen? Das ist nicht belanglos; unter Lebensrechtlern gilt diese Feststellung weithin als Selbstverständlichkeit. Ich will das aber nicht mehr sagen. Weniger wegen der juristischen Einordnung, obwohl ich sicher bin, dass diese nur im Ausnahmefall zutrifft. Sondern vor allem wegen des mitschwingenden Urteils, jede Schwangere, die ihr ungeborenes Kind töten lasse, sei im Grunde eine Mörderin. Da waren wir schon mal, dahin will ich nicht zurück, und ich kann jede „Pro Choice“-Anhängerin verstehen, die in der Mordbehauptung vor allem eine Kriegserklärung sieht.

Einer Haltung „Pro Choice“ liegt normalerweise im weitesten Sinne eine sehr hohe Wertschätzung für das Selbstbestimmungsrecht vor allem von Frauen zugrunde, und im Zusammenhang damit eine starke Abneigung gegen ungerechte Benachteiligungen von Frauen, die noch bis vor ganz kurzer Zeit völlig normal gewesen sind. Wir brauchen jetzt nicht darüber zu streiten, ob der Gleichberechtigungsfortschritt der, sagen wir, jüngsten 150 Jahre nur sehr groß oder sogar groß genug gewesen ist. Jedenfalls gehörte zu den ungerechten Benachteiligungen der Vergangenheit, dass ein uneheliches Kind in der Regel das Problem seiner Mutter war; der Vater war meist nicht zu belangen. Man hört häufig von „gefallenen Mädchen“, noch weit ins 20. Jahrhundert hinein, und wenn ein solches Mädchen, erst verführt und dann verlassen, seiner Notlage durch eine Abtreibung zu entgehen versuchte, dann war das natürlich ein schreckliches Unrecht. Es war aber auch die Folge eines vorausgegangenen Unrechts, dessen Ahndung nicht vorgesehen war.

Wenn es eine Schwäche gibt, die gerade die Hardliner bei „Pro Choice“ UND „Pro Life“ gemeinsam haben, dann ist es die Annahme, bei der Entscheidung für eine Abtreibung sei die betroffene Schwangere grundsätzlich die Hauptverantwortliche. Dabei braucht man sich gar nicht allzu sehr anzustrengen um herauszufinden, dass es anders ist: So gut wie nie ist ein Schwangerschaftsabbruch identisch mit dem kaltblütigen Mord einer egoistischen Frau an ihrem eigenen Kind. So gut wie immer ist ein Schwangerschaftsabbruch die Folge einer Notlage, und sehr oft wird die betroffene Schwangere von ihrer Umgebung, namentlich vom Vater des Kindes, entweder im Stich gelassen oder gar unter Druck gesetzt. „Er will das Baby nicht“ dürfte die häufigste Begründung in Beratungsgesprächen bei Organisationen wie 1000plus sein. Folgerichtig spricht Kristijan Aufiero, der Leiter von 1000plus, denn auch überhaupt nicht von Mord, sondern von „unterlassener Hilfeleistung in über 100.000 Fällen pro Jahr.“

Zwischen Menschen wie mir und Menschen, die zu meiner Fassungslosigkeit (umso mehr, wenn es kluge Menschen sind) ein Recht auf Abtreibung fordern, gibt es deshalb tatsächlich eine Schnittmenge, einen common ground. Er besteht in der Forderung, dass keine Frau einer Abtreibung zustimmen muss, die das nicht wirklich selber will. Beide “Pro Choice” und “Pro Life”, können ohne Verrat an ihren Überzeugungen für den Ausbau einer Beratung eintreten, die weit mehr leistet als Straffreiheit zu sichern – einer Beratung, die in Ruhe auf die Situation der Betroffenen eingeht und nicht wertet, dafür aber konkret hilft.

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Frauensache

Caroline Stollmeier am 24. Januar 2017

Am vergangenen Wochenende wurde innenstadtnah in Bochum die Villa Vie eröffnet. Tirza Schmidt, Initiatorin, Betreiberin und Herz der Villa Vie hat eine offene Tür für „Antworten auf Fragen, die jeder hat, aber keiner stellt“. Ganz konkret bietet sie Seminare und individuelle Beratung zu verschiedenen Themen rund um den weiblichen Zyklus und alle möglichen Verhütungsmethoden an. Dazu gibt es guten Kaffee und bei Bedarf auch Kinderbetreuung.

Aber auch noch aus ganz anderen Gründen kann man in die Villa Vie kommen. Tirza Schmidt liegt es ganz besonders am Herzen für Frauen da zu sein, die eine Abtreibung erlebt haben oder unmittelbar mit Abtreibungen zu tun haben.

Manchmal kommt es vor, dass betroffene Frauen sich erst oder noch Jahre später fragen, ob sie damals die richtige Entscheidung getroffen haben. Oder es gab eine schwere Diagnose beim Ungeborenen, die plötzlich alles aus der Bahn geworfen hat. Oder Angehörige medizinischer Berufe spüren, dass der tägliche Umgang mit Frauen, die abtreiben, sie sehr viel Kraft kostet… Alle, die sich in diesen oder ähnlichen Situationen wiederfinden, haben jetzt bei Tirza Schmidt und in der Villa Vie einen Treffpunkt, an dem sie einfach sein dürfen – ohne Vorwürfe oder (Vor-) Verurteilungen.

Tirza Schmidt ist für diesen Dienst am Menschen gut ausgebildet, unter anderem als Hebamme, Familienhebamme und Psychotherapeutin. Außerdem kann sie auf ein breites Spektrum beruflicher Vorerfahrung zurückgreifen, beispielsweise in einem Frauenhaus und in der Schwangerenkonfliktberatung.

Sie selber sagt: „Menschen in besonderen Lebenssituationen zu begleiten ist kein Traumjob – es ist ein Privileg.“ Und mit diesem Selbstverständnis, ihrer Liebe für andere Menschen, einer gehörigen Portion Schaffenskraft und Gottes Segen ist Tirza Schmidt ihrem Traum gefolgt und wird von jetzt an die Welt von Bochum aus noch ein bisschen besser machen.

 

Treffpunkt Villa Vie (Foto: C. Stollmeier)

 

Und wer mehr wissen möchte oder den direkten Kontakt sucht, kann die Villa Vie hier auch online besuchen.

 

Tirza Schmidt (Foto: C. Stollmeier)

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In guten wie in schlechten Zeiten

Caroline Stollmeier am 24. Januar 2017

Vorhin ist mir Gal 5,6 aufs Herz gelegt worden: „Es zählt nur der vertrauende Glaube, der sich in tätiger Liebe auswirkt.“ Genau heute vor einem Jahr bin ich einen großen Glaubensschritt gegangen, und deshalb hat dieser Satz heute eine ganz besondere Bedeutung für mich. Aber strahlt er nicht auch in Euer Leben?

In einem Alltag, in dem Glaube, Liebe und (gute) Taten im Mittelpunkt stehen, ist kaum noch Platz für Angst, Zweifel, Neid und miese Stimmung. Natürlich ist man mal müde, und man kann nicht immer gut drauf sein. Aber was gibt uns Kraft? Wofür machen wir das alles? Was zieht uns runter? Und was baut uns auf?

„Vertrauender Glaube“ – ist das nicht irgendwie doppeltgemoppelt?

Glaube ist Vertrauen.

Weil es zunächst keine „Beweise“ gibt. Weil man einen Vorschuss gibt, (vermeintlich) ohne eine vertragliche Gegenleistung. Und weil Glaube und Misstrauen sich einfach nicht vertragen.

Vertrauen ist Glaube.

Weil man Vertrauen nicht anfassen kann. Weil Vertrauen zwar die Hoffnung auf eine Erwiderung beinhaltet, aber keinen einklagbaren Anspruch. Und weil Vertrauen eine Zuversicht ist, die über die Vernunft hinausgeht.

„Vertrauender Glaube“ – die unumstößliche Gewissheit, dass es etwas, dass es jemanden gibt, der es gut mit einem meint, und mit dem im Team man die eigenen Geschicke besser lenken kann, als man alleine dazu in der Lage wäre. Auch wenn man manches alleine vielleicht ganz anders gemacht hätte…

Vertrauen beinhaltet auch, dass man manchmal akzeptiert, dass man nicht selber das letzte Wort hat. Vor allem aber auch, dass man sich nicht dagegen wehrt, dass ein Anderer einem Gutes tut.

Bestimmt ist jeder von uns – und nicht nur einmal – von Menschen schon zutiefst enttäuscht worden. Diese Enttäuschung wiegt noch schwerer, wenn es Menschen waren, denen man vertraut hat, die man für Freunde gehalten hat. Daraus lernt man. Manchmal lernt man aber eben auch zu viel: nämlich niemandem mehr zu vertrauen. Und damit letztlich auch seinen Glauben zu verlieren?

Einer hat uns allen versprochen, dass er immer nur das Beste für uns will. Und deshalb hat Er uns Sein Bestes geschenkt: Seinen eigenen Sohn. Sein Vertrauen in uns war und ist maßlos. Obwohl Er weiß, wie schwer es uns fällt, dem auch gerecht zu werden. Und dennoch vertraut Er uns und glaubt an uns.

In diesem Sinne ist Er in Vorleistung gegangen. Ist es da nicht das Mindeste, Vertrauen mit Vertrauen zu erwidern, Glaube mit Glauben zu begegnen?

Auch wenn wir nicht verstehen, was an einer Sache, einem Erlebnis, einer Begegnung gut sein soll, so dürfen wir doch vertrauen, dass etwas Gutes dahintersteckt. Und ist es nicht manchmal auch eine Befreiung, nicht alles verstehen zu müssen, sondern sich einfach nur bewahrt zu wissen?

Es ist die Liebe Gottes, die uns umfängt, uns schützt und segnet, uns aufrichtet und vorangehen lässt – wenn wir sie in unserem Leben zulassen. Und wenn wir nicht nur bereit sind sie anzunehmen und wirken zu lassen, sondern auch sie weiter zu geben und unsere Mitmenschen spüren zu lassen. Was wir verschenken, wird uns nicht fehlen. Das gilt für Zeit, Zuneigung aber auch für Geld und andere Dinge.

Wenn wir spüren, dass Gott uns einen Auftrag gibt, dass Er uns herausfordert, dass Er uns eine Chance gibt Sein Werk in dieser Welt fortzuführen, dann wird Er uns im Gegenzug auch Ressourcen, Fähigkeiten und Gleichgesinnte schenken, damit wir diesen Auftrag erfüllen können. Gott hat keinen Spaß daran uns scheitern oder aufgeben zu sehen. Er freut sich an unserer Freude am Gelingen und beflügelt uns.

Alles, was zählt ist der Glaube und eine Liebe, die sich in Taten äußert. Und daneben wird alles andere unwichtig, nebensächlich, austauschbar. Letztlich ist Glaube eine Entscheidung, die wie ein Wagnis daherkommt, aber die größte Chance von allen ist.

 

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1000plus mal Weihnachten

Caroline Stollmeier am 23. Dezember 2016

Unzählige Kinder werden in diesem Jahr zum ersten Mal Weihnachten feiern, weil ihre Mütter sich im Konflikt der Beratung und Hilfe von Pro Femina e.V. / 1000plus anvertraut haben, durch die sie zu einer echten Entscheidung für ihr Kind ermutigt und befähigt wurden.

1000plus mal Weihnachten heißt:

->1000plus mal die Chance auf schöne neue Traditionen (hier)

-> 1000plus mal die Chance auf bisher unentdeckte Erfolgsrezepte (hier)

-> 1000plus mal die Chance auf Worte, die zu Herzen gehen (hier)

Danke an alle, die 1000plus mal Weihnachten möglich gemacht haben – vor allem natürlich den wundervollen, mutigen Mamas! Ihr seid die Besten!

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So etwas bekommt man nicht alle Tage

Caroline Stollmeier am 23. Dezember 2016

Oder: Welcher Weihnachtskarten-Typ bist Du?

„5x lieben Dank für eure alljährliche tolle Weihnachtskarte, diesmal sogar mit Überraschung…!!! Wir haben uns riesig gefreut, so etwas bekommt man ja nicht alle Tage… Schon gar nicht heutzutage. Euch wünschen wir natürlich auch ganz schöne und fröhliche Feiertage und hoffen, dass wir bald vielleicht doch `mal wieder ein Treffen zustande bekommen…“ Das und noch mehr Liebes stand in der Weihnachtskarte, die wir von langjährigen Freunden bekommen haben. Und als ich das gelesen habe, ist mir wieder neu klargeworden, wie Recht sie damit haben: so etwas bekommt man nicht alle Tag, vor allem nicht heutzutage.

Unsere ganze Familie liebt Weihnachtskarten! Wir freuen uns nicht nur über jede einzelne, die wir bekommen, sondern es macht uns auch große Freude, zahlreiche Karten selber zu schreiben. Und bei allem, was im Advent sonst zu tun ist, finden wir immer die Zeit, unsere Karten und Überraschungen vorzubereiten und mehr oder weniger rechtzeitig vor Weihnachten zu verschicken oder zu verteilen.

Wir finden es auch bedauerlich, dass es uns nicht gelingt, unsere Lieben so oft zu sehen, wie wir gerne möchten. Aber trotzdem sind sie irgendwie immer bei uns. Und mindestens zu Weihnachten wollen wir das gerne auch mal wieder sagen oder besser gesagt: schreiben. In jeder Weihnachtskarte steckt deshalb auch ein kleines Stückchen unserer Herzen.

Wir wissen, dass es unter unseren Freunden manche gibt, die „aus Prinzip“ keine Weihnachtskarten schreiben. Das macht nichts. Wir wissen, dass es unter unseren Freunden manche gibt, die es einfach nicht schaffen Weihnachtskarten zu schreiben. Das macht auch nichts. Wir freuen uns einfach, dass noch nie jemand unsere Weihnachtskarten „abbestellt“ hat, sondern jeder sich einfach freut.

Genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – auch wenn es kitschig klingt: nur die Liebe zählt. Und Liebe ist kein Geben und Nehmen, sondern ein Geschenk. Das gilt zwar nicht nur für Weihnachten, sondern immer, aber in diesen Tagen ganz besonders.

Deshalb finde ich es auch so wunderbar, dass nicht zuletzt mit der Hilfe von 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder die Chance bekommen haben, selber heraus zu finden, was Weihnachten für sie bedeutet und beispielsweise auch, welcher Weihnachtskarten-Typ sie sind…

Und auch, wenn man mal nicht weiß, wie man sich ausdrücken soll, so ist doch eigentlich nur eins wichtig: dass die Liebe im Leben immer das letzte Wort hat. Heutzutage. Morgen. Und immer.

 

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In der Weihnachtsbäckerei

Caroline Stollmeier am 23. Dezember 2016

Oder: Welcher Plätzchen-Typ bist Du?

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Zugegeben, mir geht es schon ziemlich auf den Keks, wenn meine Kinder in Endlosschleife „In der Weihnachtsbäckerei“ singen. Obwohl sie von Jahr zu Jahr besser darin werden. Das vorbeifliegende Ei haben sie inzwischen sogar schon richtig gut drauf, ebenso wie das Bedauern über den verbrannten Teig…

Bei aller Verwunderung über Weihnachtsartikel im Spätsommer freue ich mich doch alle Jahre wieder, wenn ich die ersten Zimtsterne in den Supermarktregalen entdecke. Und bei allem, was es im Advent sonst zu tun gibt, backe ich auch gerne zwischendurch selber Weihnachtsplätzchen.

Mein absolutes Lieblingsrezept geht so: 300 g Mehl, 250 g Butter, 100 g Zucker, 100 g gemahlene Mandeln, 1 TL Zimt, 1 TL Kakao mit etwas Nelken und Kardamom gründlich verkneten, den Teil ruhen lassen, ausrollen und Plätzchen ausstechen. Meistens lässt sich der Teig sehr gut verarbeiten (wenn er nicht zu kalt geworden ist) und die Motive behalten auch beim Backen ihre Form. Anschließend verklebe ich noch jeweils zwei Kekse mit etwas Johannisbeergelee und streue Puderzucker drüber. Diese Plätzchen sehen nicht nur toll aus, sondern sie schmeckt auch super!

Ist alles Geschmacksache, ich weiß.

Aber genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – neben der eigentlichen Bedeutung versteht sich! Jede Familie hat ihre eigenen geheimen oder traditionellen oder einfach nur schnellen Plätzchen-Rezepte (oder weiß wo man die leckersten Kekse kaufen kann). Weihnachtsplätzchen braucht man nicht wirklich. Aber sie duften so herrlich. Und unsere Nase hat nun einmal das beste Gedächtnis. Egal, welcher Plätzchen-Typ man ist, vor Weihnachten wird man doch gerne mal zum niedlichen Krümmelmonster.

Ich finde es wunderbar, dass mit der Hilfe von 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder die Chance bekommen haben, ihre ganz eigenen Rezepte für eine gemeinsame Weihnachtszeit zu (er)finden. Vielleicht brennt mal was an. Und nicht immer gelingt alles perfekt. Aber es kommt doch auf das Wesentliche an, nämlich, dass die Liebe und das Leben das letzte Wort haben – nicht nur zu Weihnachten.

 

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Weihnachtsbaum des Grauens

Caroline Stollmeier am 22. Dezember 2016

Oder: Welcher Tannenbaum-Typ bist Du?

Ein besonderer Freund von mir flippt beim Thema „O Tannenbaum“ förmlich aus. Und das, obwohl er inzwischen – und jetzt muss ich aufpassen, dass ich nichts Unfeierliches sage – gereiften Alters ist. Beim kleinsten Weihnachtsbaum packt ihn das kalte Grauen. Und letztens hat er mir endlich einmal erklärt, warum das so ist…

In seiner Familie gab es früher eine bestimmte Tradition, die ihm die Freude am Immergrünen gänzlich verdorben hat: die Männer der Familie schmückten an jedem 24. Dezember den Baum – und tranken zu jeder aufgehängten Kugel einen Schnaps. Man kann sich also leicht vorstellen, wie der weitere Verlauf war: der Heiligabend uferte in Streit und Schlimmerem aus. In jedem Jahr seiner Kindheit. Und auch noch danach.

Solche „Traditionen“ waren mir bis vor kurzem unbekannt. Gott sei Dank. Aber auch ich stehe dem Thema „Weihnachtsbaum“ ziemlich zwiegespalten gegenüber. Einerseits finde ich geschmückte Tannenbäume (meistens) schön und sie gehören zum Weihnachtsfest irgendwie dazu. Andererseits tun mir die unzähligen Tannenbäume leid, die in jedem Jahr für die kurze Freude „dran glauben müssen“ und nach wenigen Tagen achtlos auf die Straße geworfen werden.

Ich bin nicht so sehr geprägt vom Schnaps, dafür aber um so mehr vom Märchen „Der Tannenbaum“ von H. C. Andersen, in dem es um einen kleinen Tannenbaum geht, der jahrelang vom Weihnachtsfest und von den Menschen träumt, bis er eines Tages endlich in der Stube glänzen darf, aber nach wenigen Tagen entsorgt und vergessen wird. Und mit seinen letzten sehnsuchtsvollen Gedanken wünscht er sich nur noch zurück in seinen Wald, um wieder sein sorgenfreies Leben zu genießen. Das ist natürlich nicht mehr möglich…

Für dieses Dilemma gibt es in unserer Familie allerdings schon seit Jahrzehnten eine annehmbare Lösung: wir verwenden einfach einen künstlichen Tannenbaum, der allerlei Vorteile bietet. Vor allem den, den unsere Kinder schon früh herausgefunden haben: der Weihnachtsbaum ist quasi allzeit bereit und kann ohne größere Vorbereitungen auch schon ein paar Tage vor dem Heiligen Abend aufgestellt werden – und vorfreudige Stimmung verbreiten.

Geschmackssache, ich weiß.

Aber genau das ist es, was ich an Weihnachten mag – neben der eigentlichen Bedeutung versteht sich! Jeder – egal, welche guten oder vielleicht auch nicht so guten Erfahrungen er bisher mit dem Fest gemacht hat, hat die Chance es (noch) besser zu machen. In der Besinnung auf das Wesentliche ist es in jeder Familie, in jedem Jahr aufs Neue möglich, Weihnachten zu einem Fest der Liebe zu machen. Unsere Erfahrungen prägen unsere Vergangenheit, aber wir können entscheiden, ob sie unsere Zukunft bestimmen.

Weihnachten gibt jedem Menschen, jeder Familie immer wieder die Chance, neu anzufangen und sich für alles zu entscheiden, was er oder sie gerne (sein) möchten. Beispielsweise auch, welcher Tannenbaum-Typ man ist.

Wie wunderbar, dass durch 1000plus in diesem Jahr 3500plus Frauen und ihre Kinder genau diese Erfahrung ermöglicht wurde. Damit die Liebe das letzte Wort hat und Weihnachten auch für sie das Fest des Lebens wird:

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Das Gute, das Böse und unsere Optionen

Harald Stollmeier am 21. Dezember 2016

Der Lkw-Mordanschlag von Berlin hat zwölf Menschen das Leben gekostet – Menschen, die in wenigen Tagen Weihnachten feiern wollten, und das Leid der Verletzten sollte man auch nicht vergessen. Es steht noch nicht fest, dass der Anschlag das Werk von Islamisten ist, aber die Analogie zum Anschlag von Nizza macht das wahrscheinlich. Wie gehen wir damit um?
Am leichtesten haben es die mutmaßlichen Urheber, die Da’esh-Barbaren. Sie brauchen sich nur zu dem Anschlag zu “bekennen” und zu hoffen, dass ihre Saat aufgeht. Auch führende AfD-Politiker brauchen sich nicht mit Nachdenken aufzuhalten: Sie wissen schon, dass die Bundeskanzlerin schuld ist.
Mehr aber und Weiseres erwarte ich von jenen Mitmenschen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben und das mit dem Bekenntnis zu unseren Werten und unserer Freiheit zeigen. Ich erwarte Weiseres von ihnen als die achselzuckende Feststellung, absolute Sicherheit könne es nicht geben. Sollten wir mehr nicht zu bieten haben als tapferes Nichtstun? Ich glaube, gar so hilflos sind wir nicht.

Erstens betrifft das die Frage der Sicherheit: Die wenigsten Mitmenschen fordern “absolute” Sicherheit. Die meisten wären mit “nennenswert mehr” Sicherheit zufrieden, und mehr Sicherheit bedeutet vor allem: mehr Polizisten. Das kostet Geld, und es geht nicht von einem Tag auf den anderen. Im Gegensatz zu schärferen Gesetzen, deren Einhaltung sowieso nicht flächendeckend sichergestellt werden kann, bringt es aber nachhaltigen Nutzen.

Zweitens haben wir alle, wirklich alle, Einfluss auf die Aufmerksamkeitsökonomie, in deren Rahmen Terrorismus stattfindet und überhaupt nur eine Wirkung hat. Terrorismus ist Kommunikation, und das Ziel dieser Kommunikation ist in diesem Fall die Zerstörung des inneren Friedens. Die Da’esh-Terroranschläge in Europa wollen den Bürgern das Vertrauen in den Rechtsstaat nehmen und Muslimen und Nichtmuslimen das Vertrauen zueinander. AfD & Co. wirken bei diesem Projekt als nützliche, vielleicht auch willige Idioten mit. Dasselbe gilt aber auch für Muslime, egal ob privat oder in einem Verbandsamt, die keine Gelegenheit vorüberstreichenlassen können, sich und ihre Glaubensgeschwister als unterdrückt zu zelebrieren.

Keine Frage: Natürlich müssen Probleme angesprochen werden. Aber wer immer nur die Probleme beschreibt (oder anklickt!) und niemals die Lösungen, der macht die Arbeit der Terroristen. Erinnern Sie sich noch an die “Scharia-Polizei”? Ein halbes Dutzend Jugendlicher mit improvisierten Kostümen belästigen ein paar Dutzend Passanten und werden zum Top-Nachrichtenereignis. Oder erst kürzlich: Ein Berliner Busfahrer schickt eine Halbstarke mit Kopftuch nach wiederholter Ermahnung wegen Döneressens aus dem Bus (vielleicht unnötig rigide) – und wird als “Rassist” zum Gegenstand eines Shitstorms.

Wenn bei guten Taten und geglückten Projekten das Verhältnis von Aufwand und öffentlicher Aufmerksamkeit ähnlich wäre, mal im Ernst: Würden dann nicht echte und weniger echte Diskriminierungen von Muslimen (und anderen Minderheiten) ebenso wie die meisten islamistischen Aktivitäten als das behandelt, was sie sind, nämlich Ausnahmen in einer Gesellschaft, in der erstaunlich viel friedlich gelingt? Natürlich würde es dann immer noch islamistische Terrormorde geben. Aber den meisten von uns wäre klar, dass die zwar möglicherweise etwas mit dem Islam zu tun haben, aber ziemlich sicher nichts mit den Muslimen, denen wir auf der Straße oder in der S-Bahn begegnen. Auch weil denen wiederum nicht nur wie schon heute klar ist, dass sie unschuldig sind, sondern auch, dass sie keinen größeren Feind haben als die Fanatiker, die in ihrem Namen morden.

“Bad news are good news”, heißt es bei Zeitungsverlegern und natürlich auch bei Twitter und Facebook. Aber für wen? Und vor allem: Durch wen? Ich denke, durch uns. Und das muss nicht so bleiben.

 

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Wie in einer Todeszelle

Caroline Stollmeier am 14. Dezember 2016

„Vielen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft. Ich hatte heute einen Abtreibungstermin und bin auch dort erschienen. Jedoch als ich die wartenden Frauen im Wartezimmer gesehen habe, fühlte ich mich wie in einer Todeszelle. Ich bin wieder gegangen und hab mich für das Kind entschieden. Nochmals vielen Dank!“

Diese unglaubliche Nachricht hat heute eine meiner Kolleginnen, eine Beraterin von Pro Femina, bekommen. Obwohl sie jeden Tag mit verzweifelten Schwangeren zu tun hat, sind es diese Nachrichten, die sie – und uns alle – zutiefst bewegen, unsere Herzen überströmen und in Jubel ausbrechen lassen, die uns aber gleichzeitig schockieren.

„Wie in einer Todeszelle“ hat sich die junge Frau noch vor wenigen Stunden gefühlt. Aber sie hat die Kraft, den Mut und die Stärke gefunden, um das Wartezimmer zu verlassen – mit ihrem Kind. Wie viele der anderen Frauen, die dort saßen, konnten das nicht? Wie viele von ihnen waren so verzweifelt, geängstigt und unter Druck, dass sie keinen Ausweg gesehen haben, als eine Abtreibung? Heute. Vor wenigen Stunden. Gerade jetzt? Wir beten für diese Frauen – und sind unendlich traurig.

Jede Frau und alle Kinder, die vor einer Abtreibung bewahrt werden können, sind jede unserer Anstrengungen wert. Es kann so viel Leid auslösen, wenn eine ungeplante Schwangerschaft entdeckt wird oder alles nicht so läuft, wie erhofft. Vor allem für die Mutter. Aber gleichzeitig gibt es so viele Wege zu helfen. Wenn man sich dazu entschließt nicht wegzusehen, diese Frauen in ihrer Not alleine zu lassen und sie vielleicht sogar ver(vor)urteilt, sondern stattdessen ansprechbar ist und seine bedingungslose Unterstützung anbietet.

Wenn eine Frau sich für eine Abtreibung „entscheidet“, dann geschieht das meistens nicht frei und unbeeinflusst. Aus unserer Beratung wissen wir, dass die meisten Frauen einem enormen Druck durch ihren Partner oder ihr Umfeld ausgesetzt sind. Sie sind geschockt von der ungeplanten Schwangerschaft und sehen im ersten Moment keine Perspektive für ein Leben mit ihrem Kind. Aber immer wieder stellt sich heraus, dass nicht das Kind das „Problem“ ist, sondern die Lebensumstände der Schwangeren.

Keine Frau wünscht sich eine Abtreibung. Aber mehr als 100.000 Frauen pro Jahr sehen keinen anderen Ausweg. Sie müssen von da an mit dem Wissen leben, dass sie ein Kind hatten, das nicht mehr da ist. Und es wird nie wieder so sein, als hätte es dieses Kind nicht gegeben. Wie furchtbar ist es, damit leben zu müssen, dass man nicht stark genug war, um für sein Kind zu kämpfen? Und wie sehr brauchen gerade diese Frauen unsere Liebe und unser Gebet.

Was ist das für eine Gesellschaft, die schweigt, wenn unzählige Frauen jährlich durch eine Abtreibung zutiefst verletzt und erschüttert werden? Was sind das für Menschen, die einer verzweifelten Frau sogar noch zuraten durch diese „Todeszelle“ zu gehen, in der sie immer auch einen Teil von sich selbst zu verlieren? Wer eine Schwangere „neutral“ alleine lässt, ist kein Freund. Er nimmt ihr die Chance mit der guten Gewissheit aus der Krise gestärkt hervor zu gehen: „Ich habe mich für mein Kind entschieden. Vielen Dank“ – und nie mit Reue zurück blicken zu müssen.

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Neuer Rekord bei 1000plus

Caroline Stollmeier am 30. November 2016

Im Jahr 2009 ist das Projekt 1000plus / Pro Femina e.V. mit der kühnen Vision angetreten, bald 1.000 und mehr Frauen im Schwangerschaftskonflikt zu beraten und ihnen die Informationen und die konkrete Hilfe zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen, um Ja zu ihrem Baby sagen zu können. Innerhalb von nur sechs Jahren stiegen die jährlichen Beratungszahlen von 277 auf 2.439. Und Mitte November wandte sich die dreitausendste Frau des Jahres 2016 an die Beratung von Pro Femina!

1000plus ist eine überkonfessionelle Frauenhilfsorganisation, die aus Gewissensgründen keine Beratungsscheine ausstellt, wie sie in Deutschland Voraussetzung für eine straffreie Abtreibung sind. Deshalb wir 1000plus weder aus Kirchensteuermitteln noch staatlich finanziert.

Um immer mehr Schwangere zu erreichen und ihnen eine Perspektive für das Leben zu eröffnen, geht 1000plus schon seit Jahren in die technische Offensive. Die 328.000 Euro umfassende Spendenkampagne zur Finanzierung dieses Ausbaus wurde Mitte Oktober erfolgreich abgeschlossen. Gleichzeitig meldeten sich im selben Monat so viele Schwangere wie noch nie, so dass die bereits erweiterten Beratungsabteilungen kurz vor der Überlastungsgrenze standen. Schon wenige Wochen später wurde so das Jahresziel von 3.000 Beratungsfällen übertroffen.

Durchschnittlich berät 1000plus derzeit circa 290 Frauen im Monat – mehr als noch 2009 innerhalb eines ganzen Jahres. „Die Verzweiflung und Einsamkeit dieser Frauen in ihrer Notlage ist immer wieder aufs Neue erschütternd. So froh und dankbar wir sind, sie erreichen und beraten zu können, so sehr drängt es uns, diese Hilfe noch mehr Schwangeren im Konflikt zur Verfügung zu stellen“, so Kristijan Aufiero, Initiator und Leiter von 1000plus.

Die Beratungsorganisation möchte deshalb die technischen Maßnahmen und ihre Kapazität weiter ausbauen und auf diese Weise im Jahr 2017 mindestens 4.500 und bis zum Jahr 2020 jährlich 10.000 Schwangeren Beratung und Hilfe zur Verfügung stellen.

1000plus wird jetzt schon getragen von vielen tausend Menschen, die sich mit Spenden, Gebeten und tatkräftiger Mithilfe gemeinsam für ungewollt Schwangere einsetzen. Um die Vision wahr werden zu lassen, dass in unserem Land keine Schwangere mehr gegen ihren eigentlichen Willen abtreiben muss, werden noch viel mehr von uns gebraucht. Sind Sie dabei?

 

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