Pascals Wette, .44 Magnum

Man muss sich entscheiden, sagt der französische Philosoph Blaise Pascal: Glaubt man oder glaubt man nicht? Und er rechnet vor, dass man mit dem Glauben auf jeden Fall besser fahre. Denn wenn es keinen Gott gibt, ist der Gläubige in der Ewigkeit nicht schlechter dran als der Atheist. Existiert Gott aber, zieht der Atheist die Niete, und der Gläubige knackt den Jackpot. Ob das so funktioniert? Ob das so funktionieren sollte?

„Allein durch Glauben“ wird man ja sowieso nur gerettet, wenn Glaube mehr ist als der Kauf eines Lotterieloses. „Denn vor Gott sind nicht die, die das Gesetz hören, gerecht, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein.“ Sagt der Apostel Paulus (Römer 2, 13).

Ich persönlich glaube an den dreifaltigen Gott, vor allem an Christus und seine Auferstehung, nicht weil ich das für lukrativ halte, sondern weil es wahr ist. Und das denke ich wegen der zahlreichen Zeugen, die sich lieber haben totfoltern lassen als einzuräumen, dass Christus möglicherweise nur symbolisch auferstanden sei, ins Kerygma sozusagen. Pascals Wette hat sich für mich immer irgendwie korrupt angefühlt. Vor allem aber ist sie egoistisch, und darauf könnte Christus am Ende der Zeit eine überraschend unbefriedigende Antwort geben.

Trotzdem ist Pascals Wette eine gute Idee – wenn ich den Spieß umdrehe: Ist es denn für meine Mitmenschen besser, dass ich an den auferstandenen Christus glaube? So wie ich jetzt bin, habe ich durchaus meine Mängel. Aber im Großen und Ganzen bin ich ein zivilisierter Typ, der Gewalt manchmal für notwendig aber nie für ein Argument hält. Wäre ich das auch noch , wenn ich nicht mehr glaubte, dass am Ende der Zeit alles gut werden kann?

Gut und Böse könnte ich weiterhin unterscheiden, und ich würde das Gute wählen. Viele Agnostiker und Atheisten wählen das Gute, soweit ich weiß (und das finde ich bemerkenswert unkorrupt). Ich hätte aber größere Schwierigkeiten, Unrecht auszuhalten, vor allem Unrecht, das mir selbst oder den Menschen widerführe, die mir nahestehen. Und spätestens wenn der Rechtsstaat solches Unrecht nicht lindern könnte, würde ich mich berechtigt sehen, selber Hand anzulegen. Wir drei: Smith, Wesson und ich.  Ob das nachhaltig wäre, steht auf einem anderen Blatt.

Was sagt nun Pascal dazu?
1. Ich glaube, und ich habe Recht: Wer mich ärgert, trifft einen zivilisierten Typen. Zusätzlich kann er durch mein Beispiel zu Christus finden.
2. Ich glaube, und ich habe Unrecht: Wer mich ärgert, trifft einen zivilisierten Typen.
3. Ich glaube nicht, und ich habe Recht: Wer mich ärgert, trifft Charles Bronson.
4. Ich glaube nicht, und ich habe Unrecht: Wer mich ärgert, trifft Charles Bronson. Er hat allerdings die Chance, dass er aufersteht.

Wenn ich nichts übersehen habe, dann ist es unter sonst gleichen Bedingungen für meine Mitmenschen wahrscheinlich besser, dass ich an Christus glaube. Ich bleibe dabei. Versprochen! 😉

Gesegnete Pfingsten, liebe Mitmenschen!

Left Menu Icon
Der Eisvogel